 Die Sicht auf die Seele eines Weins ist veränderbar wie Wolken-Formationen.
Vor einiger Zeit habe ich mich an dieser Stelle über den geringen Lustgewinn bei Blindproben ausgelassen. Jetzt ist mir eine Weinklassifizierung von Hendrik Thoma aufgefallen, die sehr gut meinen Widerwillen gegen derartige Veranstaltungen erklärt. Alles hängt nämlich mit den individuellen Vorlieben des Weintrinkers zusammen und diese werden wiederum bestimmt durch unendlich viele, scheinbare Nebensächlichkeiten. Uns allen geläufig gehören dazu die Variationen der Tageszeit, des Klimas, der sozialen Situation und der begleitenden Gaumenreize wie das Essen zu dem der Wein genossen wird. …. bitte lesen Sie hier weiter: Soul-Faktor: ein Parameter der Weinkritik?
 Die Alhambra in Granada
„Die schönen Tage in Aranjuez sind nun zu Ende“ Mir geht es wie Schillers „Don Carlos“: der Ernst des Lebens ruft mich von den Opuntien zurück ins kühle und regnerische Klima. Aber ein paar schöne Erinnerungen bleiben, u.a. die folgende:
Der verehrte Cees Nooteboom (gerade 80 geworden!) hat den Renaissance-Palast Karls V. auf dem Alhambra-Hügel in Granada „einen der schönsten offenen Räume, die ich kenne“ genannt (Der Umweg nach Santiago, Suhrkamp Verlag, Frankfurt, 1992). Obwohl ich nicht so viel gereist bin wie der große Niederländer teile ich diese Meinung ich voll und ganz, insbesondere wenn in der formvollendeten, …. bitte lesen Sie hier weiter: Barenboim, Wagner und die Alhambra

Opuntien, jenes kakteenartige und malerische Riesenunkraut am Rande der Straßen Andalusiens, ist wie die Parabel eines guten Weines. Der fleischige Körper der Blätter trägt die süßen, schmackhaften Kaktusfeigen, die Stacheln wirken abweisend und deuten an, dass sich der Zugang zum Geheimnis dieser Pflanze hart erarbeitet werden muss. Einmal im Jahr, nämlich jetzt im Juli, blüht dieser Rabauke und begeistert den Betrachter mit der Zartheit und Finesse seines goldenen Blütenkelches.
Woche für Woche habe ich in den vergangenen drei Jahren insgesamt über 160 Notizen und Kommentare zum Blog von LA VINERIA beigetragen. Jetzt gönne ich mir mal eine „Kreativpause“. Ich bin dann für einige Wochen „mal weg “ – keine Pilgerfahrt und kein Strandurlaub. Einfach ab in den Süden zu den Opuntien. Vielleicht lerne ich ja neue “stachelige“ Weine kennen oder höre und erfahre Dinge über es sich lohnt ab 30. August wieder zu schreiben.
Ihren Bedarf an spanischen Weinen können Sie selbstverständlich, wie gewohnt, ohne Einschränkung bei LA VINERIA decken. Es sind genug Mitarbeiter vor Ort und „malochen“, auch im Sommer, für Sie.
Gelegentlich hört man Weinfreunde vom „untypischern Alterungston“ in einem Wein sprechen. Der etwas schwammige Ausdruck deutet an, dass es sich um einen sensorischen Weinfehler handelt, der nicht so einfach zu beschreiben ist. Das Fehlaroma kann eine unsaubere Note sein, häufig gepaart mit dem Duft von Mottenkugeln oder Bohnerwachs. Ein rebsortentypisches Bukett fehlt ebenso wie jugendliche Frische, selbst wenn der Wein noch jung ist. „Adstringierend“, „bitter“ und „stumpf“ können weitere Attribute des „untypischen Alterungstons“ (UTA) sein, der außerdem häufig den Eindruck eines „dünnen“ Weins hinterlässt. Mittlerweile weiß man, dass eine chemische Verbindung mit dem Namen 2-Aminoacetophenon (AAP), einem Abkömmling der geruchlosen Indolessigsäure (IES), hinter diesem Weinfehler steckt. Die IES ein ein sehr wichtiges …. bitte lesen Sie hier weiter: Untypischer Alterston, was ist das?
Farbe und Gehör sind in unserer Sprache eng verquickt: wir sprechen von Farb klängen oder Farb tönen und benutzen akustische Begriffe zur Beschreibung von Farben: z.B. schrill, leise, laut. Wenn wir Farben hören können warum dann nicht auch Farben riechen oder schmecken? Die Werbeindustrie hat einen ganzen Zweig ihrer Forschung dieser Thematik gewidmet und wir wissen längst, dass z. B. ein knalliges Rot kräftige, würzige Süße mit einer leicht scharfen Nuance vermittelt während leuchtendes Grün auf frische, saftige Säure, mit kühlen und bitter-herben Empfindungen hinweist. Daneben gibt es eine ganze Palette von Zwischentönen mit jeweils …. bitte lesen Sie hier weiter: Weinbilder als sensorische Charakterisierung des Weins?
|
Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
|