 Sardinen werden in einem chiringuito an der costa tropical (Granada) gegrillt
Unter den vielen Besonderheiten spanischer Ess- und Trinkkultur ist der sommerliche „chigringuito“ eine der schönsten. Um dieses Etablissement würdigen zu können muß man den spanischen Sommer emotional verstehen. Er ist nicht nur eine Anhäufung von Tagen mit schönem Wetter, sondern er ist ein geistiger und körperlicher Zustand. Sommer in Spanien ist ein enormes Körpergefühl. Die Wärme dringt durch die Poren nach innen, die Haut ist empfindlich für jede Berührung. Die Sonne und das kühle Wasser sind wie ein nicht enden wollendes, sinnliches Spiel. …. bitte lesen Sie hier weiter: Der Chiringuito: ein Sommerparadies am Strand
 Der universelle Scharfmacher. Spanischer Pfeffer (pimenton picante)
Ist es nicht erstaunlich, dass das schärfste Gewürz den Zusatz „spanisch“ trägt. Ich rede vom Capsicum annuum, dem spanischen Pfeffer. Meine persönliche Erfahrung mit der spanischen Küche ist allerdings genau das Gegenteil: sehr wenig Schärfe und Würze, denn der geschmackliche Schwerpunkt sollte sich immer um das Produkt drehen und jede Veränderung wird von den meisten Gourmets der iberischen Halbinsel kategorisch abgelehnt. Das war nicht immer so, denn zu Zeiten der spanisch-arabischen Kultur wurde sehr wohl würzig und scharf gegessen. …. bitte lesen Sie hier weiter: Glücklich durch spanischen Pfeffer?
 Mit bemerkenswertem Etikett: Maduresa 2007 aus Valencia
Ich wollte einmal wissen, wie sich rote Spitzenweine in einem warmen Sommerklima präsentieren. Um das rauszubekommen habe ich mir in Granada drei Weine gekauft, die es auch im Sortiment von La Vineria gibt. Dabei habe ich übrigens bemerkt, dass die Weine im Ursprungsland auch nicht billiger als in Deutschland sind. Ich habe sie während des heißen Sommers 2012 verkostet in dem in manchen Nächten das Thermometer nicht unter die 30 °C-Marke sank. Nachfolgend die letzte Verkostungsnotiz.
Der „Celler del Roure“ ist eine kleine Weinkellerei in der D.O.Valencia im Besitz von Pablo Calatayud, einem Weinbauingeneur, der mit Herz und Seele bei seinem Beruf ist. Er hat sich in eine fast ausgestorbene, valencianische rote Rebsorte namens „Mandó“ verliebt …. bitte lesen Sie hier weiter: Bei 30 °C in einer Sommernacht: der Maduresa 2007
 Sommerhit: Parada de Atauta aus Ribera del Duiero
Vergangenes Jahr saßen wir im Städtchen Soria in einem s.g. „asador“, einer typisch altkastilischen „Bratstube“ und liessen uns ein im Holzofen gegartes Spanferkel munden. Am Nachbartisch trank eine illustre Gruppe mit offensichtlichem Vergnügen einen Wein dessen Flaschenetikett ich noch nie gesehen hatte. „Er heisst Dominio de Atauta und stammt aus unserer Provinz Soria“ klärte mich der Kellner auf und kurze Zeit später stand eine zweite Flasche auf unserem Tisch. Es war tatsächlich ein grossartiger Tropfen aus alten Tempranillo-Reben, der das köstliche Gericht mit der schmackhaften, krossen Haut ideal ergänzte. Das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft… …. bitte lesen Sie hier weiter: …und noch eine rote Sommerentdeckung: Parada de Atauta
 Las Moradas de San Martín „Las Luces 2007“
Heißt es nicht immer gebetsmühlenartig der Sommer sei keine Jahreszeit für große Rotweine? Kürzlich saß ich im hochsommerlichen Andalusien auf der Terasse und hatte vermutlich eines meiner grössten Rotweinerlebnisse diesen Sommer. Der Wein war auf etwa 16°C heruntergekühlt bei einer fast doppelt so hohen Lufttemperatur, vom Meer her wehte allerdings eine leichte Brise und sorgte für ein wenig Erfrischung. Der 2007er “Las Luces” der Bodega La Moradas de San Martín aus der D.O. Madrid war der Tropfen meiner Begierde. …. bitte lesen Sie hier weiter: Großes Sommervergnügen: der Rotwein „Las Luces“
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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