 Paternina Gran Reserva „Reserva Especial“ 1968
In meinem anadalusischen Weinkeller, der zugegebenermaßen keine wirkliche Temperaturkonstanz garantiert, fand ich zwei Flaschen eines Weines, den ich vor einigen Jahren bei einem Weinhändler in Granada erstanden hatte. Es war ein 1968er Federico Paternina Gran Reserva, der als „Reserva Especial“ etikettiert war. Die erste Flasche war grauenvoll, die Farbe des Inhaltes war braun und der Duft, besser gesagt, der Gestank, glich dem eines Kuhstalls. Ohne zu probieren landete die Flüssigkeit im Ausguss. Enttäuscht öffnete ich die zweite Flasche, deren Korken schon brüchig zu werden begann. Zwar hatte die Farbe des insgesamt recht hellen Weins auch schon Brauntöne, aber am Rand des Glases schimmerten noch rote Ziegeltöne durch. Das Bukett entfaltete sich sofort: zarte Rauchnoten, feines Leder und eine Fülle von Bergkräutern. Am Gaumen fand sich die gleiche Aromatik, …. bitte lesen Sie hier weiter: Ein 44 Jahre alter Rioja begeistert mich
 Cerro de la Retama 2010 – ist ein wahrhaftiger Autorenwein geworden
Vor knapp drei Monaten haben César Ortega und ich die Cuvée des Cerro de la Retama zusammengestellt. Der Großteil des Weins kam, wie schon öfter, von unserem Rebgarten namens Loma de los Felipes. Dieser Mischsatz aus Tempranillo und Cabernet Sauvignon war mal wieder der komplexeste der uns zur Verfügung stehenden Jungweine. Dazu haben wir …. bitte lesen Sie hier weiter: So wollte ich ihn schon immer haben: Cerro de la Retama 2010
 Sardinen werden in einem chiringuito an der costa tropical (Granada) gegrillt
Unter den vielen Besonderheiten spanischer Ess- und Trinkkultur ist der sommerliche „chigringuito“ eine der schönsten. Um dieses Etablissement würdigen zu können muß man den spanischen Sommer emotional verstehen. Er ist nicht nur eine Anhäufung von Tagen mit schönem Wetter, sondern er ist ein geistiger und körperlicher Zustand. Sommer in Spanien ist ein enormes Körpergefühl. Die Wärme dringt durch die Poren nach innen, die Haut ist empfindlich für jede Berührung. Die Sonne und das kühle Wasser sind wie ein nicht enden wollendes, sinnliches Spiel. …. bitte lesen Sie hier weiter: Der Chiringuito: ein Sommerparadies am Strand
 Der universelle Scharfmacher. Spanischer Pfeffer (pimenton picante)
Ist es nicht erstaunlich, dass das schärfste Gewürz den Zusatz „spanisch“ trägt. Ich rede vom Capsicum annuum, dem spanischen Pfeffer. Meine persönliche Erfahrung mit der spanischen Küche ist allerdings genau das Gegenteil: sehr wenig Schärfe und Würze, denn der geschmackliche Schwerpunkt sollte sich immer um das Produkt drehen und jede Veränderung wird von den meisten Gourmets der iberischen Halbinsel kategorisch abgelehnt. Das war nicht immer so, denn zu Zeiten der spanisch-arabischen Kultur wurde sehr wohl würzig und scharf gegessen. …. bitte lesen Sie hier weiter: Glücklich durch spanischen Pfeffer?
 Mit bemerkenswertem Etikett: Maduresa 2007 aus Valencia
Ich wollte einmal wissen, wie sich rote Spitzenweine in einem warmen Sommerklima präsentieren. Um das rauszubekommen habe ich mir in Granada drei Weine gekauft, die es auch im Sortiment von La Vineria gibt. Dabei habe ich übrigens bemerkt, dass die Weine im Ursprungsland auch nicht billiger als in Deutschland sind. Ich habe sie während des heißen Sommers 2012 verkostet in dem in manchen Nächten das Thermometer nicht unter die 30 °C-Marke sank. Nachfolgend die letzte Verkostungsnotiz.
Der „Celler del Roure“ ist eine kleine Weinkellerei in der D.O.Valencia im Besitz von Pablo Calatayud, einem Weinbauingeneur, der mit Herz und Seele bei seinem Beruf ist. Er hat sich in eine fast ausgestorbene, valencianische rote Rebsorte namens „Mandó“ verliebt …. bitte lesen Sie hier weiter: Bei 30 °C in einer Sommernacht: der Maduresa 2007
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Kreativität und Wein In meinem „önosophischen Blog“ widme ich mich im weitesten Sinne kulturellen Themen und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Weingeniessers gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum versuchen die unterschiedlichen Thematiken meiner Beiträge auszudrücken, wobei mir der Wein gelegentlich schöpferisch zu Hilfe kommt.
Wein trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene) , wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung der beiden Schlegels ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können natürlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein. „Vortrefflichen Witz“ hat auch Antonio Machado, Spaniens bedeutendster Lyriker des 20. Jahrhunderts mit einem wunderschönen, schnörkellosen Gedicht zustande gebracht (meine holprige Übersetzung bitte ich zu entschuldigen):
Un vino risueño me dijo el camino
Yo escucho los áureos consejos del vino
Que el vino es a veces escala de ensueño.
Abril y la noche y el vino risueño
Cantaron en coro su salmo de amor
Ein lächelnder Wein wies mir den Weg
Ich vernahm seine goldenen Ratschläge
Denn der Wein ist manchmal eine Stufe zu den Träumen.
Der April, die Nacht und der lächelnde Wein
Sangen gemeinsam ihren Psalm der Liebe
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog und an unserer kleinen und exklusiven Auswahl spanischer Weine haben.
Peter Hilgard
Wir meinen, Wein ist eine Kultur des moderaten Genusses
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