Gesundheitsbezogene Weinwerbung darf nicht sein!  Gesundheitsbezug bei der Weinwerbung muss tabu sein!
Das Thema „Wein und Gesundheit“ hat meine publizistische Tätigkeit schon seit vielen Jahren begleitet (Siehe diesen Blog „Ist Wein aus Hochlagen tatsächlich gesünder?“ oder Peter Hilgard: Sag mir welchen Wein Du trinkst…, Gebrüder Kornmayer Verlag). Nach allen bis heute vorliegenden Untersuchungen besteht kaum Zweifel, dass der Konsum von Wein unter bestimmten, genau definierten Bedingungen gesundheitsfördernd sein kann, wobei auch die im Wein enthaltene Droge Alkohol eine gewisse Rolle zu spielen scheint. Aber auch hier gilt selbstverständlich die Maxime der klinischen Pharmakologie, dass die Dosis die Wirkung bzw. die Nebenwirkung bestimmt. Über die fatalen Auswirkungen übermäßigen Alkoholgenusses gibt es ausreichend toxikologische und soziologische Studien, so dass diese beim besten Willen heute nicht mehr negiert werden können.
Es wird allerdings vielfach behauptet, dass das Gefährdungspotential von Wein deutlich geringer sei als das anderer Alkoholika. Wer aber die jugendlichen „Koma-Säufer“ auf den sommerlichen Weinfesten an Rhein, Mosel und in anderen Weingegenden erlebt hat, wird schnell eines Besseren belehrt. Es kann daher überhaupt nicht angehen, dass die Weinindustrie ihr Produkt über eine gesundheitsbezogene Werbung verkauft. Einem Bericht der FAZ.net vom 6.9.2012 habe ich entnommen, dass einer Pfälzer Winzergenossenschaft vom Europäischen Gerichtshof untersagt wurde genau das zu tun. Dabei ging es doch lediglich um die Anpreisung eines Weines als „bekömmlich“, da er eine sehr ausgewogene Säure habe. Die Problematik ist natürlich, dass derartige Werbung häufig falsch verstanden wird und beim Konsumenten u. a. den Eindruck erweckt, dass ein bestimmter Wein gesund sei und je mehr man davon trinke, desto besser geht es einem („viel hilft viel“). Es ist sehr zu begrüßen, dass nun in dieser Sache Rechtssicherheit herrscht und Weinwerbung mit jeglicher Art von Gesundheitsversprechen untersagt ist.
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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