 Zwei Marken für den Dry Martini
Im Schatten des weltweiten Gin-Booms taucht auch ein Cocktail-Klassiker wieder aus der Versenkung auf: der Dry Martini mit 5 Teilen Gin, einem Teil Wermut und einer Olive und das Ganze über reichlich Eis serviert. Als ich in den Jugendjahren meiner wissenschaftlichen Tätigkeit in den USA weilte und abends zu meinen Arbeitskollegen eingeladen wurde, begann das Abendendessen meist mit einem Dry Martini, wobei der Gastgeber darauf bedacht war, den Vermouth-Anteil so gering wie möglich zu halten. Das führte unweigerlich dazu, dass das Essen immer schmeckte, unabhängig von seiner Zusammensetzung! …. bitte lesen Sie hier weiter: Dry Martini – eine kleine Hommage an den Vermouth
 Bilder aus der Handschrift des Beatus von Liebana
Auf einer meiner Reisen durch die Regionen Spaniens traf ich in Kantabrien auf den Namen des Beatus von Liebana. Sein Wirken liegt so lange zurück (8. Jahrhundert), dass die heutigen Lexika ihn schon nicht mehr erwähnen. In seinem großartigen Reisebuch „Umweg nach Santiago” ist Cees Nooteboom ihm auch begegnet. Im Schatten der schroffen Felsen um die Picos de Europa liegt der Ort Liebana. Dort war Beatus Abt des Klosters Santo Toribio und hatte einen Kommentar zur Offenbarung des Johannes, der s.g. „Apokalypse”, geschrieben. Noch im gleichen Jahrhundert haben fromme Mönche dieses Werk illustriert und es damit zu einem Kunstwerk von unschätzbarem Wert gemacht. Kein Wunder, dass es sich heute in verschlossenen Schränken der Klosterbibliothek befindet. …. bitte lesen Sie hier weiter: Tausend Jahre Apokalypse – eine Betrachtung
 Mediterranes Gemüse mit Zitrone
Die Ernährungswissenschaft geht heute fest davon aus, dass die Verminderung des Fettkonsums einen wichtigen Schlüssel zu einer Gewichtsreduktion bei Übergewichtigen darstellt. Im Umkehrschluss wird angenommen, dass übermäßige Fettzufuhr eine der Ursachen der sog. Adipositas (Fettsucht) ist. Selbst die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt fettreduziertes Essen zur Gewichtskontrolle. Diesen Empfehlungen liegt die Vorstellung zu Grunde, dass jede Art von Fett beim Menschen über ein erhebliches Übergewichtspotential verfügt. Diese Stigmatisierung des Fettes führte in der Vergangenheit zum verstärkten Gebrauch von industrieller, fettreduzierter Fertignahrung, dem sog. „junk food“, …. bitte lesen Sie hier weiter: Fettreiche mediterrane Ernährung schadet nicht*
 halber Union-Jack für ein geteiltes Land
Als ich am Freitag, dem 24. Juni morgens das Ergebnis des Europa-Referendums in Großbritannien aus dem Radio erfuhr, war mein erster Gedanke, dass sich am Wahltag eine Nation selbst die Erlaubnis zum kollektiven Selbstmord gegeben hatte. Ich konnte nicht fassen, dass sich eine Mehrheit der sonst so rational veranlagten Briten gefunden hatte für die romantischen Vorstellungen einiger Populisten. Ich war im wahrsten Sinne des Wortes zur Sprachlosigkeit verdammt. Was mir allerdings schnell klar wurde, war, dass die direkte Demokratie mit dem Volksentscheid über den Verbleib des Landes in der Europäischen Union offenbar an ihre Grenzen gekommen war. Noch am Tage vor der Abstimmung waren angeblich über 10 % aller Wahlberechtigten unentschieden wohin sie ihr Kreuzchen setzen sollten. Dies kann doch nur bedeuten, dass vermutlich 4 Millionen Menschen überhaupt nicht verstanden hatten, dass es um eine Schicksalsentscheidung für ihr Vaterland ging. Wie wäre sie ausgegangen wenn die Leute informiert gewesen wären? Darf man das Ergebnis eines derartigen Referendums überhaupt ernst nehmen? …. bitte lesen Sie hier weiter: Eine Meinung zum Brexit
 Lasst den Korken knallen!
Was ich schon immer von mir geben wollte, aber mich nie getraut habe laut zu sagen: ich mag den Champagner nicht! Das ruft bei fast allen Weinfreunden Unverständnis hervor, welches sich gelegentlich bis zur Empörung steigert. Dabei gibt viele Gründe, die dafür sprechen könnten, dass ich recht habe und die fangen schon mit seiner Geschichte an: Den Mönch Dom Perignon der den Champagner angeblich erfunden und dabei ausgerufen haben soll, er trinke gerade Sterne, gab es nie in dieser Rolle. Er ist, wie so vieles in unserer Vergangenheit, eine Geschichtsklitterung, die das im 18. Jahrhundert erwachende PR-Bewusstsein der Champagnerhersteller frei erfunden hatte um ihrem Produkt eine historische Dimension zu geben. Die Wirklichkeit ist sicher viel banaler und ich stelle sie mir so vor: ein Weinbauer in der Champagne hatte einst das Glück, dass ihm eine seiner abgefüllten Weinflaschen im Keller nicht explodierte. Er öffnete sie und fand darin gelöste Kohlensäure von der Nachgärung. Dass er unsauber gearbeitet haben könnte, kam ihm nicht in den Sinn …. bitte lesen Sie hier weiter: Kritische Sicht auf Champagner & Co.
|
Kreativität und Wein In meinem „önosophischen Blog“ widme ich mich im weitesten Sinne kulturellen Themen und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Weingeniessers gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum versuchen die unterschiedlichen Thematiken meiner Beiträge auszudrücken, wobei mir der Wein gelegentlich schöpferisch zu Hilfe kommt.
Wein trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene) , wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung der beiden Schlegels ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können natürlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein. „Vortrefflichen Witz“ hat auch Antonio Machado, Spaniens bedeutendster Lyriker des 20. Jahrhunderts mit einem wunderschönen, schnörkellosen Gedicht zustande gebracht (meine holprige Übersetzung bitte ich zu entschuldigen):
Un vino risueño me dijo el camino
Yo escucho los áureos consejos del vino
Que el vino es a veces escala de ensueño.
Abril y la noche y el vino risueño
Cantaron en coro su salmo de amor
Ein lächelnder Wein wies mir den Weg
Ich vernahm seine goldenen Ratschläge
Denn der Wein ist manchmal eine Stufe zu den Träumen.
Der April, die Nacht und der lächelnde Wein
Sangen gemeinsam ihren Psalm der Liebe
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog und an unserer kleinen und exklusiven Auswahl spanischer Weine haben.
Peter Hilgard
Wir meinen, Wein ist eine Kultur des moderaten Genusses
|