 Titelblatt (Ausschnitt) des Kleinen Prinzen von P. Sloterdijk übersetzt
Als ich Ende August 2016 nach Andalusien fuhr befand sich Peter Sloterdijks neue Übersetzung von „Der kleine Prinz“ im Reisegepäck. Mit diesem für Erwachsene geschriebenen „Kinderbuch“ hat Antoine de Saint-Exupery noch kurz vor seinem Tode bekanntlich Weltliteratur geschaffen. Ich weiß nicht wie oft ich dieses kleine Werk schon gelesen habe, aber noch immer kann ich mich für die Aussage des Fuchses begeistern, der den kleinen Prinzen belehrte: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Wir alle spüren vermutlich, ohne viel nachzudenken, dass sich in dieser Zeile eine intuitive Wahrheit verbirgt, die allerdings schwer fassbar ist.
Für was steht das Herz in diesem Zusammenhang? Es kann eigentlich nur der Geist sein. Eben jene in uns lebende schöpferische Kraft, die die subjektiven Wahrnehmungen und Eindrücke mit unserer Seele verknüpft. Dem äußerlichen Erkennen von Gegenständen, Menschen und Landschaften steht ein inneres Verständnis des Sehenden gegenüber, was ihm hilft seine Beobachtung in einen subjektiven Zusammenhang einzuordnen. Nur so sind letztlich Schönheit und Harmonie bzw. deren Gegenteil vermittelbar.
…. bitte lesen Sie hier weiter: Mit dem Herzen sehen
 Das Altern: ein farbenfroher Herbst des Lebens
Der Aufenthalt bei den farbenfrohen Bienenfressern hat mich zur Nachdenklichkeit gebracht und ich habe ein wenig über mich selbst und mein Leben reflektiert. Nach der Aufgabe von „La Vineria“ war für mich offenbar der Zeitpunkt gekommen mich mit den Jahren meines aktiven Geschäftslebens einmal kritisch auseinanderzusetzen. Habe ich meine Ziele erreicht und hat mich das glücklicher gemacht? Vielleicht ist es ja völlig falsch ein Leben sezieren und in Bestandteile zerlegen zu wollen um diese dann anschließend getrennt von einander zu betrachten. Ist es nicht immer die Gesamtheit aller Zeitabläufe, die das komplexe Gewebe unseres Daseins zusammenhalten? Meine Überlegungen und Gedanken zur Vergänglichkeit der Zeit, wie ich sie immer wieder versucht habe in Wort und Schrift mit Freunden zu diskutieren, sind Ausdruck der Erkenntnis, dass für mich selbst letztlich nur meine eigene Zeit (Egozeit) von Bedeutung ist. Das ist nichts Spezifisches für meine Person, sondern gilt für jedermann.
…. bitte lesen Sie hier weiter: Eine sehr persönliche Sicht auf das Altern
 September: Zeit der Weinlese
Mehr oder weniger vor einem Jahr habe ich den nachfolgenden Text geschrieben. Er gefällt mir immer noch und deshalb gebe ich ihn nochmal zum Besten, zumal er eine gute Einleitung zu meinem spätsommerlichen, bzw. herbstlichen Vorhaben ist:
Für beinahe jeden von uns hat der Sommer seinen ganz eigenen, individuellen Reiz. Wärme, Sonne, Meer, Berglandschaften oder die berühmte duftende Sommerwiese lösen Glücksgefühle aus und vermitteln das intensive Gefühl zu leben. Einen ganz besonderen Aspekt des Lebens repräsentieren für mich die Vögel. Sie sind ortsungebunden und scheinbar frei von jeglichen geographischen Zwängen. Manche von ihnen sind dazu noch wunderschön, andere können bezaubernd singen wieder andere vollführen ein kunstvolles Ballett in den Lüften. Kurzum, die Vögel sind Lebewesen, die in ihrer Ausdruckskraft der menschlichen Spiritualität ähneln. Sie haben Eigenschaften, die unseren geistigen Fähigkeiten nahe kommen. Auch die Vielfältigkeit des Geistes findet ihr Gegenstück in der Artenvielfalt der Vögel. Deswegen sind sie so faszinierend. …. bitte lesen Sie hier weiter: Wieder zu den Bienenfressern
 Hotel und Restaurant Schloß Schauenstein
Beim sommerlichen Frühstück im Garten der „Remise“ erfährt man so ganz nebenbei durch eine kleine auf dem Holztisch liegende Notiz , dass der Vizconde Cristóbal Salazar der Erfinder des Zitronenmuffins ist und seine viel zu früh verstorbene Gattin in einem zitronenförmigen, gelben Sarg beisetzen ließ. Ich rede vom Schloss Schauenstein im Graubündner Ort Fürstenau. In diesem mittelalterlichen Schloss, welches allerdings im 17. Jahrhundert bis auf die Grundmauern abbrannte und wiederaufgebaut wurde, hatten wir komfortabel genächtigt nachdem wir am vorangegangenen Abend ein vom Schweizer Drei-Sterne-Koch Andreas Caminada zubereitetes Menü serviert bekamen.
Meine seit einiger Zeit bestehende tiefe Abneigung gegen die Sterne-Küche habe ich an diesem Ort und an anderen Stellen bereits mehrfach zum Ausdruck gebracht, brauche sie also nicht zu wiederholen. Hier in Schauenstein war alles ganz anders: es fing bereits mit dem aufmerksamen, aber unaufdringlichen Service an. Den Aperitif nahm man auf der Terrasse ein, auf der man den Ausblick auf den wunderschönen französischen Garten und die gewaltigen umliegenden Berge genießen konnte. Bereits zum Drink gab es eine Vielzahl grandioser Amuse bouches, die den Gaumen tatsächlich reizten und die Geschmacksnerven auf Hochspannung brachten. …. bitte lesen Sie hier weiter: Ein Fest der Sinne: Schloß Schauenstein
 Vor dem Eingang zum KKL Konzertsaal
Genau genommen liegt der Ursprung des Luzern-Musik-Festivals an der ehemaligen Villa Richard Wagners in Tribschen, einem kleinen Ort nahe Luzern am Vierwaldstätter See. Dort dirigierte Arturo Toscanini im Park vor der Villa ein „Concert de Gala“ am 25. August 1938, das als Beginn der renommierten Internationalen Musikfestwochen Luzern (IMF) in die Geschichte einging. Ende des 20. Jahrhunderts erhielt der französische Architekt Jean Nouvel den Auftrag ein Kulturzentrum mit Konzertsaal zu bauen. In seinem „KKL“ (Kultur- und Kongresszentrum Luzern) befindet sich heute einer der modernsten und besten Konzertsäle der Welt mit einer unbeschreiblichen Akustik. Schließlich wurde das IMF in „Lucerne Festival“ umbenannt und Claudio Abbado zum Chefdirigenten des Lucerne Festival Orchestras berufen. Fast 11 Jahre hatte er dessen musikalische Leitung inne, bis er 2014 starb. Die Symphonien von Gustav Mahler waren sein Vermächtnis und bis auf die Achte hatte er sie alle in einem legendären Zyklus dirigiert. So war es eine Huldigung an den verstorbenen Maestro wenn sein Nachfolger Ricardo Chailly dieses Jahr die Festspiele mit genau diesem Musikstück eröffnete. …. bitte lesen Sie hier weiter: Mahlers Achte beim Luzern Festival
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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