 Bougainvilleen – Inbegriff des Sommers und kühler Drinks
In einem Straßencafé sitzen am späten Nachmittag eine Handvoll Leute und haben große, bauchige Gläser mit einem leuchtend orangefarbigem Getränk vor sich stehen. Ich nehme den letzten freien Tisch, setze mich hin und frage den Kellner was denn alle anderen hier trinken würden. „Aperol Sprizz!“ war die lapidare Antwort und ich bestellte das Gleiche! Was kurze Zeit später vor mir stand duftete nach Orange und Rhabarber und hatte auf der Zunge einen süßlich-bitteren Ton. Das Eis, bzw. die tiefe Temperatur des Getränkes ließ den Zucker am Gaumen etwas in den Hintergrund treten. Ich war angenehm überrascht und leerte das Glas mit Vergnügen. Die Frage nach der Qualität des Weines, der, nach Aussage des Kellners, die Grundlage des Ganzen bildet, stellte ich nicht, denn sie wäre vermutlich nicht beantwortbar gewesen. Klar, dass es kein Montrachet Grand Cru war! Der Kellner war sehr freundlich und kannte sich aus. Wenn mir das schmecke, könne er noch viele andere und ähnliche Long-Drinks mit Wein für mich zubereiten. Er nannte Namen wie Hugo, Frizzante, Kir, Wein-Schorle und Sangría (13.5.13). Auch die Bicicletta, Campari mit Weißwein, empfahl er. …. bitte lesen Sie hier weiter: Erfrischendes mit Wein
 Ausstellungsprospekt
Die militärische Niederlage Spaniens im Jahr 1898 im Krieg gegen die Vereinigten Staaten mit dem territorialen Verlust von Cuba, Guam, Puerto Rico und den Philippinen, stürzte das Land in eine schwere moralische, gesellschaftliche und politische Krise: das einstige Weltreich, in dem die Sonne nie unterging, war für immer verloren und das Selbstbewusstsein der Spanier im Mark getroffen. In dieser verzweifelten Situation schlossen sich einige Schriftsteller zur Gruppe 98 zusammen. Ihr gemeinsames Ziel war u.a. eine neue Sichtweise auf ihr Heimatland zu erreichen; das falsche, offizielle Spanien, sollte durch das einsame, arme aber geistig reiche Spanien, wie es sich im staubigen und verwahrlosten Kastilien und in der Mancha darstellte, ersetzt werden. Die literarischen Protagonisten der Bewegung waren Azorin, Ramón Maria del Valle-Inclán, Antonio Machado, Pio Baroja, Miguel Unamuno und eigentlich auch José Ortega y Gasset. Sie werden heute zu den größten spanischsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts gezählt. Auch andere Künstler, die 1889 in ihren frühen 20igern waren, haben die Ideen der Literaten aufgegriffen und zweien davon, die trotz vieler persönlicher Gegensätze, gute künstlerische Freunde wurden, war eine Ausstellung im Palast Karls V. auf der Alhambra in Granada gewidmet: dem Komponisten Manuel de Falla und dem Maler Ignacio Zuloaga. …. bitte lesen Sie hier weiter: Eine Freundschaft: de Falla und Zuloaga
Wenn man auf der Autobahn von Málaga nach Granada fährt, kommt man bei dem Städtchen Loja an dem kleinen Dörfchen Riofrío vorbei. Dort gab es schon immer eine berühmte Forellenzucht und viele Reisende haben zur Mittagszeit angehalten und sich in den einschlägigen Restaurants am Geschmack der frischen Fische begeistert. Hier ist die Heimat einer, ansonsten ausgestorbenen und sehr schmackhaften, autochthonen andalusischen Forellenart namens Acipenser Naccari. Wer Forellen züchten kann, kann vielleicht auch das Gleiche mit Stören tun. Gedacht, getan: nachdem man am Kaspischen Meer Zuchtkenntnisse erworben und einige vom Aussterben bedrohte Störe nach Andalusien gebracht hatte, wurde aus der ehemaligen Forellenfarm die Riofrio Caviar S.L.
Als sog. „anadrome Wanderfische“ ziehen die Störe zum Laichen ins Süßwasser, d.h. sie können auch in Süßwasser sehr gut leben und das frische Wasser aus der Sierra de Loja schafft in Riofrío beste Lebensbedingungen für die Tiere. …. bitte lesen Sie hier weiter: Andalusischer Kaviar aus Riofrío
 Zwei Marken für den Dry Martini
Im Schatten des weltweiten Gin-Booms taucht auch ein Cocktail-Klassiker wieder aus der Versenkung auf: der Dry Martini mit 5 Teilen Gin, einem Teil Wermut und einer Olive und das Ganze über reichlich Eis serviert. Als ich in den Jugendjahren meiner wissenschaftlichen Tätigkeit in den USA weilte und abends zu meinen Arbeitskollegen eingeladen wurde, begann das Abendendessen meist mit einem Dry Martini, wobei der Gastgeber darauf bedacht war, den Vermouth-Anteil so gering wie möglich zu halten. Das führte unweigerlich dazu, dass das Essen immer schmeckte, unabhängig von seiner Zusammensetzung! …. bitte lesen Sie hier weiter: Dry Martini – eine kleine Hommage an den Vermouth
 Bilder aus der Handschrift des Beatus von Liebana
Auf einer meiner Reisen durch die Regionen Spaniens traf ich in Kantabrien auf den Namen des Beatus von Liebana. Sein Wirken liegt so lange zurück (8. Jahrhundert), dass die heutigen Lexika ihn schon nicht mehr erwähnen. In seinem großartigen Reisebuch „Umweg nach Santiago” ist Cees Nooteboom ihm auch begegnet. Im Schatten der schroffen Felsen um die Picos de Europa liegt der Ort Liebana. Dort war Beatus Abt des Klosters Santo Toribio und hatte einen Kommentar zur Offenbarung des Johannes, der s.g. „Apokalypse”, geschrieben. Noch im gleichen Jahrhundert haben fromme Mönche dieses Werk illustriert und es damit zu einem Kunstwerk von unschätzbarem Wert gemacht. Kein Wunder, dass es sich heute in verschlossenen Schränken der Klosterbibliothek befindet. …. bitte lesen Sie hier weiter: Tausend Jahre Apokalypse – eine Betrachtung
|
Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
|