 Hotel und Restaurant Schloß Schauenstein
Beim sommerlichen Frühstück im Garten der „Remise“ erfährt man so ganz nebenbei durch eine kleine auf dem Holztisch liegende Notiz , dass der Vizconde Cristóbal Salazar der Erfinder des Zitronenmuffins ist und seine viel zu früh verstorbene Gattin in einem zitronenförmigen, gelben Sarg beisetzen ließ. Ich rede vom Schloss Schauenstein im Graubündner Ort Fürstenau. In diesem mittelalterlichen Schloss, welches allerdings im 17. Jahrhundert bis auf die Grundmauern abbrannte und wiederaufgebaut wurde, hatten wir komfortabel genächtigt nachdem wir am vorangegangenen Abend ein vom Schweizer Drei-Sterne-Koch Andreas Caminada zubereitetes Menü serviert bekamen.
Meine seit einiger Zeit bestehende tiefe Abneigung gegen die Sterne-Küche habe ich an diesem Ort und an anderen Stellen bereits mehrfach zum Ausdruck gebracht, brauche sie also nicht zu wiederholen. Hier in Schauenstein war alles ganz anders: es fing bereits mit dem aufmerksamen, aber unaufdringlichen Service an. Den Aperitif nahm man auf der Terrasse ein, auf der man den Ausblick auf den wunderschönen französischen Garten und die gewaltigen umliegenden Berge genießen konnte. Bereits zum Drink gab es eine Vielzahl grandioser Amuse bouches, die den Gaumen tatsächlich reizten und die Geschmacksnerven auf Hochspannung brachten. …. bitte lesen Sie hier weiter: Ein Fest der Sinne: Schloß Schauenstein
 Vor dem Eingang zum KKL Konzertsaal
Genau genommen liegt der Ursprung des Luzern-Musik-Festivals an der ehemaligen Villa Richard Wagners in Tribschen, einem kleinen Ort nahe Luzern am Vierwaldstätter See. Dort dirigierte Arturo Toscanini im Park vor der Villa ein „Concert de Gala“ am 25. August 1938, das als Beginn der renommierten Internationalen Musikfestwochen Luzern (IMF) in die Geschichte einging. Ende des 20. Jahrhunderts erhielt der französische Architekt Jean Nouvel den Auftrag ein Kulturzentrum mit Konzertsaal zu bauen. In seinem „KKL“ (Kultur- und Kongresszentrum Luzern) befindet sich heute einer der modernsten und besten Konzertsäle der Welt mit einer unbeschreiblichen Akustik. Schließlich wurde das IMF in „Lucerne Festival“ umbenannt und Claudio Abbado zum Chefdirigenten des Lucerne Festival Orchestras berufen. Fast 11 Jahre hatte er dessen musikalische Leitung inne, bis er 2014 starb. Die Symphonien von Gustav Mahler waren sein Vermächtnis und bis auf die Achte hatte er sie alle in einem legendären Zyklus dirigiert. So war es eine Huldigung an den verstorbenen Maestro wenn sein Nachfolger Ricardo Chailly dieses Jahr die Festspiele mit genau diesem Musikstück eröffnete. …. bitte lesen Sie hier weiter: Mahlers Achte beim Luzern Festival
 Bougainvilleen – Inbegriff des Sommers und kühler Drinks
In einem Straßencafé sitzen am späten Nachmittag eine Handvoll Leute und haben große, bauchige Gläser mit einem leuchtend orangefarbigem Getränk vor sich stehen. Ich nehme den letzten freien Tisch, setze mich hin und frage den Kellner was denn alle anderen hier trinken würden. „Aperol Sprizz!“ war die lapidare Antwort und ich bestellte das Gleiche! Was kurze Zeit später vor mir stand duftete nach Orange und Rhabarber und hatte auf der Zunge einen süßlich-bitteren Ton. Das Eis, bzw. die tiefe Temperatur des Getränkes ließ den Zucker am Gaumen etwas in den Hintergrund treten. Ich war angenehm überrascht und leerte das Glas mit Vergnügen. Die Frage nach der Qualität des Weines, der, nach Aussage des Kellners, die Grundlage des Ganzen bildet, stellte ich nicht, denn sie wäre vermutlich nicht beantwortbar gewesen. Klar, dass es kein Montrachet Grand Cru war! Der Kellner war sehr freundlich und kannte sich aus. Wenn mir das schmecke, könne er noch viele andere und ähnliche Long-Drinks mit Wein für mich zubereiten. Er nannte Namen wie Hugo, Frizzante, Kir, Wein-Schorle und Sangría (13.5.13). Auch die Bicicletta, Campari mit Weißwein, empfahl er. …. bitte lesen Sie hier weiter: Erfrischendes mit Wein
 Ausstellungsprospekt
Die militärische Niederlage Spaniens im Jahr 1898 im Krieg gegen die Vereinigten Staaten mit dem territorialen Verlust von Cuba, Guam, Puerto Rico und den Philippinen, stürzte das Land in eine schwere moralische, gesellschaftliche und politische Krise: das einstige Weltreich, in dem die Sonne nie unterging, war für immer verloren und das Selbstbewusstsein der Spanier im Mark getroffen. In dieser verzweifelten Situation schlossen sich einige Schriftsteller zur Gruppe 98 zusammen. Ihr gemeinsames Ziel war u.a. eine neue Sichtweise auf ihr Heimatland zu erreichen; das falsche, offizielle Spanien, sollte durch das einsame, arme aber geistig reiche Spanien, wie es sich im staubigen und verwahrlosten Kastilien und in der Mancha darstellte, ersetzt werden. Die literarischen Protagonisten der Bewegung waren Azorin, Ramón Maria del Valle-Inclán, Antonio Machado, Pio Baroja, Miguel Unamuno und eigentlich auch José Ortega y Gasset. Sie werden heute zu den größten spanischsprachigen Autoren des 20. Jahrhunderts gezählt. Auch andere Künstler, die 1889 in ihren frühen 20igern waren, haben die Ideen der Literaten aufgegriffen und zweien davon, die trotz vieler persönlicher Gegensätze, gute künstlerische Freunde wurden, war eine Ausstellung im Palast Karls V. auf der Alhambra in Granada gewidmet: dem Komponisten Manuel de Falla und dem Maler Ignacio Zuloaga. …. bitte lesen Sie hier weiter: Eine Freundschaft: de Falla und Zuloaga
Wenn man auf der Autobahn von Málaga nach Granada fährt, kommt man bei dem Städtchen Loja an dem kleinen Dörfchen Riofrío vorbei. Dort gab es schon immer eine berühmte Forellenzucht und viele Reisende haben zur Mittagszeit angehalten und sich in den einschlägigen Restaurants am Geschmack der frischen Fische begeistert. Hier ist die Heimat einer, ansonsten ausgestorbenen und sehr schmackhaften, autochthonen andalusischen Forellenart namens Acipenser Naccari. Wer Forellen züchten kann, kann vielleicht auch das Gleiche mit Stören tun. Gedacht, getan: nachdem man am Kaspischen Meer Zuchtkenntnisse erworben und einige vom Aussterben bedrohte Störe nach Andalusien gebracht hatte, wurde aus der ehemaligen Forellenfarm die Riofrio Caviar S.L.
Als sog. „anadrome Wanderfische“ ziehen die Störe zum Laichen ins Süßwasser, d.h. sie können auch in Süßwasser sehr gut leben und das frische Wasser aus der Sierra de Loja schafft in Riofrío beste Lebensbedingungen für die Tiere. …. bitte lesen Sie hier weiter: Andalusischer Kaviar aus Riofrío
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Kreativität und Wein In meinem „önosophischen Blog“ widme ich mich im weitesten Sinne kulturellen Themen und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Weingeniessers gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum versuchen die unterschiedlichen Thematiken meiner Beiträge auszudrücken, wobei mir der Wein gelegentlich schöpferisch zu Hilfe kommt.
Wein trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene) , wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung der beiden Schlegels ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können natürlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein. „Vortrefflichen Witz“ hat auch Antonio Machado, Spaniens bedeutendster Lyriker des 20. Jahrhunderts mit einem wunderschönen, schnörkellosen Gedicht zustande gebracht (meine holprige Übersetzung bitte ich zu entschuldigen):
Un vino risueño me dijo el camino
Yo escucho los áureos consejos del vino
Que el vino es a veces escala de ensueño.
Abril y la noche y el vino risueño
Cantaron en coro su salmo de amor
Ein lächelnder Wein wies mir den Weg
Ich vernahm seine goldenen Ratschläge
Denn der Wein ist manchmal eine Stufe zu den Träumen.
Der April, die Nacht und der lächelnde Wein
Sangen gemeinsam ihren Psalm der Liebe
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog und an unserer kleinen und exklusiven Auswahl spanischer Weine haben.
Peter Hilgard
Wir meinen, Wein ist eine Kultur des moderaten Genusses
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