„Fortunatae insulae“ – die glücklichen Inseln – nannten die Römer die Kanaren. Jedoch viel wussten die Römer mit diesen Inseln nicht anzufangen. Um sie zu erschliessen und für sich nutzbar zu machen waren sie in der antiken Welt zu weit weg und hatten damals keinerlei strategische Bedeutung. Dies sollte sich ein Jahrtausend später dann grundlegend ändern. Die spanischen Könige Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón, liessen Ende des 15. Jahrhunderts die Inseln besetzen und verleibten sie ihrem Königreich ein. Dies war ein politisch sehr weitsichtiger Schachzug, denn die Kanaren waren eine perfekte Zwischenstation auf dem Weg nach „Nueva España“, den gerade von Kolumbus entdeckten spanischen Kolonien in Amerika. In den folgenden Jahrhunderten besiedelten die Spanier die Inseln und brachten ihre Kultur mit. Unter den Pflanzen, …. bitte lesen Sie hier weiter: Lebendige Weingeschichte: kanarischer Malvasía
 Passt zusammen: Aroma-Verstärkung durch VICHY CATALÀN
Die alten Griechen benutzten aufwendig verzierte Trinkschalen aus Ton mit erheblichen Durchmessern als Behältnisse für den Weinkonsum. Eine solche Schale maß zwischen 25 und 27 cm im Durchmesser und hatte eine Fassungsvermögen von rund zwei Litern. Man muss wissen, dass der Wein in der Antike praktisch immer mit Wasser verdünnt wurde, wobei ein Verhälnis von 1/3 Wein zu 2/3 Wasser vom großen Dichter Anakreon (siehe diesen Blog: „Der Wein in der Dichtung“) empfohlen wurde. Heute ist das Thema Wasser im Wein eigentlich tabu. Wein mit Wasser zu verdünnen gilt als unschicklich und geschmacklos. Dies in der Kellerei zu tun – z.B. um einen hohen Alkoholgehalt zu verdünnen – ist sogar gesetzlich verboten. Ganz anders allerdings, und viel genußvoller ist das Thema „Wasser und Wein“ zu sehen. Unendlich viele Publikationen von Gastrosophie-Gurus haben sich in den letzten Jahren mit diesem Aspekt beschäftigt. Welches Wasser passt zu welchem Wein? Mit oder mit reduzierter oder ganz ohne Kohlensäure? Mineralisch oder leicht? …. bitte lesen Sie hier weiter: Der Kombi-Genuss: Wasser und Wein
Wilhelm Hamm, einer der angesehendsten Weinbauingenieure des vergangenen Jahrhunderts, schrieb in seinem 1865 erschienenen Werk „Das Weinbuch“ im Spanien-Kapitel: „Die Hügel rings um Granada eignen sich trefflich zum Weinbau, aber er wird so nachlässig betrieben, daß sie nur ganz schlechtes Zeug liefern. Wo man sich in sehr seltenen Fällen einige Mühe giebt, da wird der Wein so gut und stark, wie Burgunder, ohne den Nebengeschmack, den fast jeder spanische Wein hat.“ Dem ist aus heutiger Sicht wenig hinzuzufügen. Granadas beste Weine stammen aus der Sierra de la Contraviesa. Hier geben sich ein paar Winzer, einschliesslich der Bodega Los Barrancos, viel Mühe und machen insbesondere Rotweine, die schon seit einiger Zeit zu den Geheimtipps Spaniens gehören. Es sind Hochlagen (bis 1.400 m ü.M.) mit warmen Tagen und kühlen Nächten und einem ganz speziellen Schiefer-Terroir. Diese Weine haben mittlerweile eine garantierte Herkunftsbezeichnung erhalten und dürfen sich VINOS DE CALIDAD DE GRANADA CON DENOMINACION DE ORIGEN PROTEGIDA nennen. 2014 soll es dann endgültig die DENOMINACIÓN DE ORIGEN DE GRANADA mit der SUBZONA CONTRAVIESA-ALPUJARRA geben.
 Frisches Gras und Rosenblätter auf der Strasse beim Fronleichnamszug in Granada
Am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitstag wurde Fronleichnam gefeiert. In Granada hat dieses Fest mit seinen feierlichen Prozessionen eine lange Tradition. Wie in vielen katholischen Regionen der mediterranen Welt wurden Altäre …. bitte lesen Sie hier weiter: Kriesenbewältigung durch Lebensfreude?

- Viel Schatten unter dem Feigenbaum
In einer Feige konzentrieren sich die Süße und das Aroma des Sommers. Wie einzigartig ist doch die Feige! Sie bleibt nur am Baum über eine kurze Zeit geniessbar, es sei denn man trocknet sie an der Sonne. Aber was sind schon Trockenfrüchte gegen die saftigen Originale! Victor Hehn, ein sehr bekannter Kulturhistoriker und Goethebiograph, zitiert Hipponax von Ephesos, einen griechischen Satiriker des 6. Jahrhunderts v. Chr., der geschrieben haben soll „die Feige ist die Schwester des Weinstocks“.
Tatsächlich war im antiken Griechenland der Feigenbaum dem Dionysos geweiht. Die Bilder dieses Gottes wurden deshalb oft aus Feigenholz geschnitzt. Diese geistige Verwandschaft …. bitte lesen Sie hier weiter: Die Feige und der Wein passen zu einander
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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