 Wieviel Alkohol ist in diesem Glas Wein?
Dem erfahrenen Weintrinker ist die Kennzeichnung des Alkoholgehaltes auf dem Etikett ziemlich egal, denn er weiß meistens sehr genau wann es für ihn persönlich genug ist – insbesondere wenn er noch Autofahren will. Leider geht es anderen, meist jüngeren und unerfahreneren Weinfreunden ganz anders. Sie lesen immer wieder, dass für Männer der tägliche Konsum von nur 24 Gramm und für Frauen von nur 12 Gramm Alkohol gesundheitlich risikoarm seien. Alles darüber hinaus sei schädlich für den Körper. Diese Zahlen basieren angeblich auf wissenschaftlichen Erkenntnissen sagt die deutsche „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung“. In Italien wird für Männer eine Spanne von täglich 24 bis 36 Gramm Reinalkohol von den entsprechenden Behörden empfohlen und in Spanien liegen die Zahlen sogar noch höher, nämlich bei 30 bis 70 Gramm pro Tag. Sind die Lebern spanischer Weinfreunde besser trainiert, oder ist die Wissenschaft auf der Iberischen Halbinsel eine andere? Die unterschiedlichen nationalen Empfehlungen reflektieren die enorme biologische Variationsbreite bei der Alkoholtoleranz, die nicht nur zwischen den Gesellschaften sondern auch in jeder einzelnen Gesellschaft existiert. …. bitte lesen Sie hier weiter: Verbraucherfreundliche Angabe des Alkoholgehaltes
 In Mitteleuropa zu viele davon: Regenwolken
Man muss sich nur vergegenwärtigen wo der Wein herkommt um zu verstehen, dass er es im Norden Europas nicht leicht haben kann. In prähistorischer Zeit kelterten die Kaukasus-Bewohner irgendwo zwischen dem heutigen Georgien, Aserbaidschan und dem Irak den ersten Wein. Zwar wissen wir nichts Genaues über das Klima in diesen Gegenden vor etwa 5.000 Jahren, aber eins dürfte klar sein: es war vermutlich wärmer als heute in Mitteleuropa. Die Existenz der Wüsten im Nahen Osten legt auch nahe, dass es dort Jahrtausende lang wenig geregnet hat. Wärme und geringe Feuchtigkeit schienen die Rebstöcke offenbar zu lieben. Was sie heute in unseren Breitengraden vorfinden ist ziemlich genau das Gegenteil: relative Kühle und viel Regen. …. bitte lesen Sie hier weiter: Ökologischer Rebbau: bald am Ende?
 Innenraum mit Köngsloge im Teatro Real, Madrid
Das Verhältnis der Spanier zu Richard Wagner und seiner Musik wird auch heute noch geprägt von der tiefen künstlerischen Ablehnung des deutschen Komponisten durch Manuel de Falla, Spaniens musikalischer Nationalikone. Ob der lebenslange Antifaschist de Falla wohl wusste, dass die „Operation Feuersturm“, jene Luftwaffenunterstützung Francos durch Hitler, die der berüchtigten „Legion Condor“ vorausging, nach einer Aufführung von „Siegfried“ in Bayreuth konzipiert wurde? De Falla und vielen seiner musikinteressierten Landsleuten ist der Egomane Wagner zu teutonisch und häufig auch zu bombastisch. Aber nicht alle Spanier sehen das offenbar so: das Theaterkollektiv „La Fura dels Baus“ aus Barcelona ist längst in die Geschichte der Wagner-Inszenierungen eingegangen durch ihre Interpretation des „Rings“ in Valencia im Jahre 2009 unter der musikalischen Leitung von Zubin Metha. Die Spannung war also groß als ich am 2. Januar 2017 ins ehrwürdige Teatro Real (Königliches Thater) ging um Richard Wagners „El Holandés Errante“ (Der fliegende Holländer) in der Regie von Álex Ollé zu sehen und zu hören. Ollé ist der künstlerische Direktor des Randale-Ensembles (Spiegel Online vom 13.1.2010) „La Fura dels Baus“. …. bitte lesen Sie hier weiter: Ollés „Holländer“ im Teatro Real
 Albarracín, eines der schönsten Dörfer Spaniens
Wir sind gerade zurückgekommen von einer Reise durch das südliche Aragonien. In den großartigen Dörfern Albarracín, Alcaníz, Rubielos de Mora, Valderrobres und Calaceite wird die Geschichte dieses Landes wieder lebendig. Bürgerliche und adelige Paläste im Stile der aragonesichen Renaissance zeugen von der einstigen Größe des Landes. Je intensiver man die Architektur in sich aufnimmt desto deutlicher wird die historische Tatsache, dass hier das heutige Spanien ganz wesentliche Wurzeln hat. Wenn wir von den „katholischen Königen“ reden denken wir fast immer zuerst an Elisabeth (Isabel) die Erste, Königin von Kastilien (1451–1504). Ihre Sprache war das Kastilische, das heutige Spanisch. Ihr Gemahl König Ferdinand (Fernando) der Zweite von Aragón (1452–1516) sprach Aragonesisch und war der bei Weitem Gebildetere der beiden Monarchen. Er war ein Liebhaber, nicht nur schöner Frauen, sondern auch der Musik und der bildenden Künste. Strategisch geschickt zweigte er vom geneinsamen kastilisch-aragonesichen Staatshaushalt Gelder für die Kultur seines Landes ab. Die architektonischen Monumente aus jenen Tagen zieren heute noch die Marktplätze und historischen Zentren der obigen Dörfer. …. bitte lesen Sie hier weiter: Gedanken anlässlich einer Reise nach Spanien
 Symphonie in Grün: der Verdejo
Man findet sie überall dort wo es Weine zu kaufen gibt: die weiße Rebsorte Verdejo aus Spanien. Im Supermarkt, bei den Discountern, im Lebensmittelhandel, bei den kleinen und großen Weinhändlern, im online-Versand und in fast jeder Kneipe werden neuerdings Verdejos angeboten. Aus dieser Sorte gekelterte Weine erleben gerade einen Boom sondergleichen. Sie stammen meist aus dem kastilischen Weinbaugebiet Rueda, wo man alleine im Jahr 2015 82 Millionen Flaschen eines Verdejo-Weines abgefüllt hat.
Die Geschichte des Verdejo, dessen Name in etwa mit „Grünling“ übersetzt werden könnte (was vielleicht mit der Farbe der Trauben und des Fruchtfleisches zusammenhängt), geht viele Jahrhunderte zurück. Da die Rebsorte sehr sauerstoffempfindlich ist, war sie prädestiniert für den typischen spanischen, oxydativen Ausbau im Sinne eines „rancio“. Diese Sherry- oder Malaga-Wein-ähnlichen Verdejo-Weine aus Rueda hatten im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert einen sehr guten Ruf in ihrem Heimatland. Für viele Weinkenner im In- und und Ausland waren die „Ruedas“ lange Zeit ein absoluter Geheimtipp und eine wunderbare Ergänzung zur Vielfalt der Sherries. …. bitte lesen Sie hier weiter: Großartige Wiedergeburt: der Verdejo
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Kreativität und Wein In meinem „önosophischen Blog“ widme ich mich im weitesten Sinne kulturellen Themen und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Weingeniessers gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum versuchen die unterschiedlichen Thematiken meiner Beiträge auszudrücken, wobei mir der Wein gelegentlich schöpferisch zu Hilfe kommt.
Wein trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene) , wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung der beiden Schlegels ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können natürlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein. „Vortrefflichen Witz“ hat auch Antonio Machado, Spaniens bedeutendster Lyriker des 20. Jahrhunderts mit einem wunderschönen, schnörkellosen Gedicht zustande gebracht (meine holprige Übersetzung bitte ich zu entschuldigen):
Un vino risueño me dijo el camino
Yo escucho los áureos consejos del vino
Que el vino es a veces escala de ensueño.
Abril y la noche y el vino risueño
Cantaron en coro su salmo de amor
Ein lächelnder Wein wies mir den Weg
Ich vernahm seine goldenen Ratschläge
Denn der Wein ist manchmal eine Stufe zu den Träumen.
Der April, die Nacht und der lächelnde Wein
Sangen gemeinsam ihren Psalm der Liebe
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog und an unserer kleinen und exklusiven Auswahl spanischer Weine haben.
Peter Hilgard
Wir meinen, Wein ist eine Kultur des moderaten Genusses
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