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Begeisterung für spanische Weißweine

In der spanischen Tageszeitung „El Pais“ vom 22. November 2013 hat Jesús Rodríguez unter dem Titel „La rebelión de los blancos“ (Der Aufstand der Weißen) einen sehr lesenswerten Artikel über spanische Weißweine geschrieben. Es handelt sich um eine scharfe Ist-Analyse, denn eigentlich war ja Spanien schon immer ein Weißweinland (siehe Blog: Ein großer Erfolg: die Weißweine Spaniens) und trotzdem: im eigenen Land hat man sie in den vergangenen Jahrzehnten nicht mehr wirklich geschätzt. Es galt das Sprichwort: Der beste Weiße ist rot. Das hat sich grundlegend geändert und zwei Umstände macht Rodriguez dafür verantwortlich: die Wirtschaftkrise und das Erwachen einer spanischen „Haute cuisine“. In der Krise sank der Weißweinkonsum ganz erheblich und verkaufen konnten sich schließlich nur noch die besseren Qualitäten. Diesem Umstand haben die Winzer voll Rechnung getragen. In der Küche waren Sommeliers wie z.B. Josep Roca vom Spitzenrestaurant „Celler de Can Roca“ (siehe Blog: Celler de Can Roca: mutmaßlich zweitbestes Restaurant der Welt) davon überzeugt, dass es Gerichte gibt die nur ein exzellenter Weißwein vervollständigen kann.

Für den Autor des hier zitierten Artikels ist einer der besten spanischen Weißweine allerdings kein moderner, sondern ein Vertreter der ganz klassischen Machart: der Viña Tondonia Blanco Gran Reserva mit seiner 20-jährigen Reifezeit in barriques und in der Flasche. Diese Weine sind in der Tat großartig (siehe Blog: Ein glücklicher Jahresbeginn…), insbesondere wenn man die Philosopie der derzeigen Inhaberin und Önologin von Viña Tondonia María José López de Heredia kennt: „Genau so weitermachen wie vor 150 Jahren!“ Angesichts der immer noch frischen Veteranen versteht man, dass auch Weißweine in diesem Land ein riesiges Potential haben. Die Wiederentdeckung von autochthonen weißen Rebsorten wie Albariño, Godello, Treixadura, Doña Blanca, Viura, Verdejo, Xarel-lo, Parellada, Garnacha blanca, Picapoll und viele andere, haben in den unterschiedlichen Klimazonen Spaniens Weißweine von großer Individualität und Regionaltypizität hervorgebracht.

Rodriguez nimmt seine Leser auf eine kurze Weissweinreise durch das Land und hebt dabei besonders die galicischen Regionen Rías Baixas, Ribeiro, Monterrei, Ribeira Sacra und Valdeorras hervor. Hier habe sich eine wahre Weißweinrevolution ereignet. Aber auch Katalonien mit den Regionen Priorat und Montsant und der dort vielfach vorhandenen alten Garnacha Blanca macht viel von sich reden. Ein schönes Beispiel für diese Weine ist der “Dido blanco“ aus Montsant, der aus einer Cuvée von Macabeo, Garnacha Blanca und Xarel-lo besteht und im Barrique vergoren wurde. Die Autoren dieses Wein sind das Paar Sara Pérez-René Barbier, beide Kinder der Gründergeneration des modernen Priorats. Weg vom herkömmlichen Allerweltswein und hin zu einer Zukunft mit Charakter, den Spaniens weiße Reben in hohem Maße zeigen! Die Weintrinker im Lande müssen lernen umzudenken: Weißweine sind mittlerweile den Roten absolut ebenbürdig. Die besten Weißen sind tatsächlich wieder weiß und einige davon finden Sie hier!

 

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