Weinfreunde stellen gelegentlich die Frage warum die Weine von „Los Barrancos“ so alkoholreich sind. Dies sei schliesslich völlig gegen den Zeitgeist und schrecke viele potentielle Interessenten an den Weinen ab. Zugegeben, ein Wein dessen Alkoholgehalt unter 14,5 Vol. % liegt hat bisher nur einmal unsere Kellerei verlassen. Wie kommt es zu den hohen Alkoholwerten im Wein? Sie hängen natürlich vom hohen Zuckergehalt der Trauben ab, und dieser ist wiederum Ausdruck des ganz spezifischen „terroirs“ der Sierra de la Contraviesa, der Region in der die Reben wachsen.
In den meisten Weinbaugebieten Europas kann man innerhalb von bestimmten Grenzen den endgültigen Zuckergehalt der Trauben durch …. bitte lesen Sie hier weiter: Bodega Los Barrancos: der Alkoholgehalt als Ausdruck des Terroirs
Ich möchte hier von einem, wie ich glaube, ganz typischen Weinerlebnis berichten. Zusammen mit ein paar anderen Weinfreunden saßen wir um den großen Eßtisch auf dem einige appetitliche „tapas“, spanische Appetithappen, herumstanden. Der Gastgeber erklärte was er da gerade in das großbauchige Dekantierglas gekippt hatte. Einige Mitglieder der Tafelrunde stiessen ein gequältes „Aaahhh“ aus und liessen ihre Nasen im Riedel-Glas verschwinden. Nach einer Weile unterbrach ein Mutiger die andächtige Stille und begann über die Rioja, Tempranillo, Holz und das Alter des Weins zu philosophieren. Mein Tischnachbar nickte beipflichtend und fing an von der Reblage zu reden. Das Getränk stamme aus dem Nachbardorf eines anderen Dorfes, durch das er …. bitte lesen Sie hier weiter: Symposien: Der Rausch, die Gesellschaft und die Kunst
In der Soziologie gibt es den wichtigen Bereich der Lebensstilforschung. Seine Ergebnisse sind besonders unter dem Aspekt des Marktes von großem Interesse. Wer kauft eigentlich was und warum? Dies zu wissen ist für alle, die im Geschäft tätig sind von Wichtigkeit, denn sie können mit diesem Wissen ihre Werbung für ein Produkt auf ganz spezielle Zielgruppen ausrichten. Der Soziologe Gerhard Schulze hat ein gesellschaftliches Modell geschaffen, in dem soziale Milieus …. bitte lesen Sie hier weiter: Die Lebenstile der Weintrinker
Die Wurzeln der Beziehung des modernen Menschen zum Wein
Bei der Betrachtung meines Themas möchte ich, in guter deutscher, akademischer Tradition, beim Grundsätzlichen anfangen. Wie wir aus den einschlägigen Werken der Historiker erfahren, ist der Wein ein fester Bestandteil der abendländischen, vorwiegend der mediterranen Gesellschaft und Kultur. Ja, die Geschichte geht vielleicht sogar noch wesentlich weiter zurück. Wie Robert Dudley von der University of California in Berkeley uns lehrt, spielt in der Entwicklungsgeschichte vieler Lebewesen Alkohol (Äthanol) eine wichtige Rolle als …. bitte lesen Sie hier weiter: Die Gesellschaft der Weintrinker (3)
Der Beginn der Weinfreuden: vom Nomaden zum Weinbauern
Vergorenen Traubensaft hat unsere Spezies, der Mensch, schon in grauer Vorzeit als Getränk dem Wasser vorgezogen. Das ist verständlich, denn Wein hatte tatsächlich viele Vorzüge. Er war als Getränk hygienisch erheblich sicherer als das Wasser, das ja ausserdem noch als Zeichen tiefster Armut galt. Vom Wein wurde man in den frühen Tagen unserer Kultur deutlich seltener krank als vom Wasser. Gegenüber dem oft gefährlichen Brunnen- oder Flußwasser besaß Wein den Vorteil wesentlich geringerer Keimbelastung. Ausserdem hatte er die bereits erwähnten psychotropen (berauschenden) Effekte und war noch dazu …. bitte lesen Sie hier weiter: Die Gesellschaft der Weintrinker (2)
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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