Pata Negra: das Nonplusultra des Schinkens

- Iberische (schwarze) Schweine unter Steineichen
Im Südwesten Spaniens, an der Grenze zu Portugal liegt die Region mit dem rätselhaften Namen „Extremadura“. Von hier kamen nicht nur die Haudegen Pizzarro, Valdivia, Cortez, de Soto und viele andere, deren Namen fest verknüpft sind mit der nicht immer rühmlichen Geschichte der Eroberung Lateinamerikas, hier ist auch die Heimat der äusserst rühmlichen „Pata negra“. „Pata negra“ bedeutet „schwarzes Bein“ und beschreibt damit den Schinken der freilebenden iberischen Schweine. Diese seltene, schwarzhäutige Rasse findet sich nur noch in den Kork- und Steineichenreservaten, de s.g. „dehesas“, im Westen der iberischen Halbinsel, im Grenzgebiet von Andalusien und der Extremadura. Die Ernährung der Tiere mit Eicheln und die besondere Struktur des Fleisches mit ganz feinen Fetteinlagerungen zwischen den Muskelfasern sowie die zweijährige Trockenlagerung im kühlen Klima der Sierras lassen eine der größten Delikatessen entstehen, die Spanien zu bieten hat: den „jamon iberico“, den iberischen Schinken. Von ihm wird sogar behauptet, daß sein Fett – wegen der besonderen Ernährung der Tiere – sehr arm an gesättigten Fettsäuren sei. Sein komplexer Geschmack und sein süsses Walnussaroma sollen auch schon so manchen Vegetarier verführt haben. Nach meinem Dafürhalten gibt es keinen besseren Schinken auf der Welt und wie alles, was einmalig und rar ist, ist auch dieses Produkt ausserordentlich teuer.
Nicht teuer muß allerdings der Wein zum Iberico-Schinken sein. Kürzlich habe ich den roten Minut 2008 aus dem Priorato zu einem erlesenen „jamón“ getrunken und war von der Harmonie der Geschmäcker vollauf begeistert. Dieser von Sara Perez gemachte Wein erinnert mit seiner Kraft und gleichzeitigen Finesse an die großen Weine (Clos Martinet oder Cims de Porrera) dieser Powerfrau. Bei La Vineria ist er zum Spottpreis von € 11,90/Fl. inkl Mwst. erhältlich.
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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