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Ökologischer Weinbau und Terroir

Los Barrancos

Los Barrancos

Was mir auf der „BIOFACH 2011“ in Nürnberg, der Welt grösster Messe für ökologischen Landbau, so alles in den Sinn gekommen ist: zunächst einmal ist vielleicht erwähnenswert, dass wir selbst mit unserer Bodega Los Barrancos einen Stand im andalusischen Pavillon hatten. Ausserdem haben wir von Mundus Vini eine silberne Medaille für unseren „Cerro de la Retama 2009“ verliehen bekommen, der beim Fachpublikum dann auch großen Anklang fand. Nach vielen Gesprächen mit anderen Ausstellern und Besuchern glaube ich, daß es das Präfix „Bio“ bald nicht mehr geben wird, weil alles „Bio“ sein wird und daher nicht mehr besonders gekennzeichnet werden muss. Woher ich diesen Optimismus nehme? Nun, die Qualität und damit auch der Geschmack der Nahrungsmittel ist einfach so viel besser als bei den meisten konventionell erzeugten Massenprodukten, daß die Nachfrage nach letzteren langsam nachlassen wird und sie aus dem Markt verschwinden werden. Vielleicht ist da bei mir aber mehr Wunschdenken als Realitätssinn dahinter (Freunde würden wieder sagen ich sei ein unverbesserlicher Romantiker).

Zu wissen wo genau ein Produkt, welches man zu sich nimmt, herkommt scheint mir ganz essentiell zu sein. Erst wenn das „Terroir“ bekannt ist gewinnt der Geschmack jene Dimension des Genusses, der Einmaligkeit signalisiert. Was für den Wein anerkanntermaßen gilt, muss doch eigentlich für Käse, Fleisch, Fisch, Gemüse und Obst auch gelten! Wie die Mineralität des Schiefergesteins das Geschmackserlebnis eines Weines bestimmt, können die Kräuter und Gräser einer Weide die Würze des Fleisches oder der Milch beeinflussen. Genau wie beim Wein kann aber fabrikmäßige Herstellung großer Mengen von Lebensmitteln den Geschmack völlig nivellieren oder durch entsprechende Verfahren dem Wunsch bestimmter Konsumenten-Gruppen angleichen*. Dagegen sind die Verfechter der ökologischen Landwirtschaft. Das hat mit Ideologie überhaupt nichts zu tun sondern ist schlichtweg eine Geschmacksfrage!

 *Wolfram Siebeck hat das mal „den Niedergang der Produkte durch die Perfektionierung ihrer industriellen Fertigung“ genannt.

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