Spargelzeit ist Weißweinzeit Spargelzeit ist Weißweinzeit, aber ich hasse das Wort „Spargelwein“, denn es lässt – analog zum Apfelwein – vermuten, dass der Wein aus Spargeln gemacht wird. Das ist natürlich Quatsch. Gemeint ist üblicherweise ein Wein, der geschmacklich zum Spargel passt. Aber gibt es denn einen „Spinatwein“ oder gar einen „Blumenkohlwein?“ Nein, genau so wenig wie es, streng genommen, einen „Spargelwein“ gibt. Es hängt davon ab, wie man den Spargel zubereitet und alles, was einem an Wein dazu schmeckt, ist richtig. Trotzdem gibt es ein paar kulinarische Regeln, die es lohnt zu beachten. Christina Fischer hat es in ihrem Buch „Wein & Speisen“ (Fackelträger Verlag 2009) zusammengefasst: „Man benötigt einen Wein, der neben zarter Frucht ausreichend Substanz und Schmelz besitzt, um sowohl mit den vegetativen Aromen als auch mit Fett und Stärke klar zu kommen.“ Leider ist ihre Schlussfolgerung daraus ungewöhnlich konventionell: der Sylvaner ist´s eben!
Spargel betört eigentlich durch sein feines, zartes Aroma. Welcher Wein dazu taugt, hängt sehr von der Zubereitungsart des Spargels ab. Wenn man die deftigen Varianten vorzieht, wo z.B. die Spargelstangen mit Käse überbacken werden oder ein Steak dazu serviert wird, kann man bedenkenlos einen duftigen Rosé dazu servieren, das gilt auch für den Klassiker Spargel mit rohem oder gekochten Schinken. Zu gedünstetem Spargel mit einer Sauce hollandaise oder zerlassener Butter kann man gut und gerne einen jungen Chardonnay reichen. Spargel mag nicht unbedingt viel Säure, aber blumige Aromen (wie die des Sauvignon blanc oder Verdejo) sind häufig attraktive Spargelbegleiter, denn gerade der zarte Geschmack des Spargels weckt Assoziationen mit dem floralen und grasigen Duft dieser jungen Weißen. Mutige und experimentierfreudige Spargelgeniesser wagen sich sogar an barrique-ausgebaute Weine als Begleiter ihrer Lieblinge.
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Vortrefflicher Witz
An dieser Stelle stand bis vor Kurzem noch die Philosophie unseres Weinhandels „La Vineria“. Dieses Unternehmen ist mittlerweile Geschichte: Zum 31. März 2026 haben meine Frau, Isabel del Olmo, und ich unsere Geschäftsaktivitäten aufgegeben. Für uns beide waren die Jahrzehnte, in denen wir mit unseren Kunden ein Teil der spannenden und genussvollen Weinszene Spaniens waren, Herausforderung und Befriedigung zugleich. In meinem „önosophischen Blog“ hatte ich mich bereits vielfältigen kulturellen Themen gewidmet und dies, obwohl der aus dem Griechischen abgeleitete Begriff „Önosophie“ eigentlich nur die „Weisheit vom Wein“ bedeutet. Wie der Wein selbst können auch die Gedanken eines Hedonisten gelegentlich in ein breiteres zivilisatorisches Umfeld geraten und Bereiche wie die Musik, die Philosophie, die bildende Kunst, die Literatur und auch die Gesellschaftspolitik umfassen. Dieses Spektrum unterschiedlicher Thematiken möchte ich auch weiterhin in meinen Beiträgen bearbeiten. Trotz aller gesundheitspolitisch motivierter Kritik kommt mir der Wein dabei gelegentlich schöpferisch zu Hilfe. Wein in Maßen trinken und genießen ist etwas Emotionales, und im Wein kann der Künstler Inspiration finden. Keiner hat dies schöner und treffender ausgedrückt als Shakespeare in seinem "König Heinrich der Vierte" (2. Teil, 4. Aufzug, 3. Szene), wo er den lebensfrohen Falstaff in der Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und Ludwig Tieck ausrufen lässt:
(Der Wein) „steigt Euch in das Gehirn, zerteilt da alle albernen und rohen Dünste, die es umgeben, macht es sinnig, schnell und erfinderisch, voll von behenden, feurigen und ergötzlichen Bildern; wenn diese dann der Stimme, der Zunge, überliefert werden, was ihre Geburt ist, so wird vortrefflicher Witz daraus".
Vortrefflicher Witz können selbstverständlich auch die schönen Farben und Formen des Malers oder Bildhauers bzw. die spannenden Klänge des Musikers sein.
Texte um reine Fakten können heute problemlos von Künstlicher Intelligenz (KI) zusammengestellt werden. Um Sachverhalte aber wirklich verstehen zu können, bedarf es einer persönlichen Sicht und einer Interpretation. Die will ich mit meinen Beiträgen liefern, allerdings ohne besondere Ansprüche an Originalität, dafür aber immer mit der strikten Forderung nach Glaubwürdigkeit!
Ich hoffe, dass Sie Freude an meinem Blog haben und freue mich auf „Feedback“!.
Peter Hilgard
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