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Ein Genuss der besonderen Art: Federrosé

Der fertige Vorgänger des diesjährigen „Federrosé“

Kurz vor der diesjährigen Weinlese Mitte September hatten wir entschieden in der Bodega Los Barrancos wieder einen Roséwein zu keltern. Daher haben wir die ersten, vollreifen, entrapptenTempranillo-Trauben in der pneumatischen Presse bei sehr niedrigem Druck kurz angepresst und anschliessend knappe drei Stunden mit den Schalen in der Presse in Kontakt gelassen. Dann wurde der trübe Most in einen Edelstahltank gefüllt und auf 16 °C heruntergekühlt. Jetzt begann die Wartezeit: nach etwa drei Tagen hörte man ein ganz leises Knistern bzw. Blubbern im Tank, als Zeichen, dass die Gärung begonnen hatte. Die allererste Probe des neuen Weins fand eine Woche nach Beginn der Aktion statt. Der kühle Trunk war eher penetrant süß als wirklich genussvoll. Etwa eine weitere Woche später sah es schon ganz anders aus: aus der süßen Plörre war richtiger, perlender, trüber Wein (ca. 8 – 10 Vol.-% Alkohol) geworden, eine überwältigende Frucht von roten Beeren und Apfelnoten, zarte Hintergrundsüße und würzige Hefetöne gaben dem Getränk im Glas einen unwiderstehlichen, jugendlichen Charme. Ein Wein im status nascendi, voll Lebendigkeit und Frische! Am liebsten hätte ich ihn sofort als „Naturwein“ (auch häufiger „Orange Wine“  genannt) in Flaschen gefüllt, aber das hätten weder der Wein noch die Flaschen überlebt. Nach dem bekannten Motto des römischen Dichters Horaz „Carpe diem“ habe ich mir statt dessen ein zweites Glas aus dem Tank geholt in dem vollen Bewusstsein, dass ich diesen Wein genauso wie er jetzt war nie wieder trinken werden könne. Was für ein schönes Erlebnis an diesen Tag, in dieser Stunde!  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Ein Genuss der besonderen Art: Federrosé

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Speisen aus Wein – Anno 1890

Einband und Titelseite des „Universal-Lexikon der Kochkunst“ (Reprint-Ausgabe)

Dank des Leipziger Reprint-Verlages ist allen deutschsprachigen Gastrosophen das grandiose „Universal-Lexikon der Kochkunst“ von 1890 wieder zugängig. Selbst sein Einband wurde weitgehend der Zeit der Originalausgabe angepasst. Dieses zweibändige Werk, mit zusammen weit über 1000 Seiten, ist für den Liebhaber der Gastronomiegeschichte eine Fundgrube sondergleichen mit praktischen Anleitungen und theoretischen Hintergründen zu Rezepten, die unsre Urgroßeltern geliebt und vielfach nachgekocht haben. Dabei sind wir aus zeitgenössischer Sicht manchmal erstaunt, wie modern und weltoffen sich auch schon die Küche unserer Vorfahren gelegentlich zeigen konnte. Andererseits läuft uns ein leichter Schauer von Gänsehaut über den Rücken, wenn wir uns in die monatlichen „Küchenzettel“, d. h. Vorschläge für Menüfolgen zu bestimmten Gelegenheiten, vertiefen.

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Die gastrosophische Faszination der Stillleben

Diego Velazquez (1599-1660): Christus im Haus der Martha und Maria

Die gemalte Darstellung lebloser Gegenstände wird in der Kunstgeschichte „Stillleben“ genannt. Die französische Sprache drückt es expliziter aus und nennt die Bilder „nature morte“. Die Spanier haben sich den Begriff „Bodegón“ geschaffen und verweisen damit direkt auf den Inhalt der Gemälde. Das lateinische “apotheca” bedeutete nämlich “Speicher” (auch Vorratskammer) und ist damit u.a. auch die Wurzel des deutschen Begriffs “Apotheke” (Speicher von Arzneistoffen) und des spanischen „bodega“ (siehe auch „Was hat die Apotheke mit dem Wein zu tun?“). Entsprechend sind Gegenstände aus den Vorratskammern oder ihrer Umgebung auf den spanischen „bodegónes“ zu sehen. Aber nicht nur leblose Dinge sondern auch Menschen sind dort häufig abgebildet und stellen so etwas wie eine Rahmenhandlung für das Bild dar. Die großen Vorbilder für die spanischen Maler stammten aus den Niederlanden. Dort erlebten  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Die gastrosophische Faszination der Stillleben

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Sex des Alters: Mollige leben länger

Wieder nach Herzenslust Lebensmittel auf dem Markt einkaufen!

Den engen Zusammenhang von gastonomischem Genuss mit Sexualität und Erotik hat bereits der Volksmund hergestellt. Die Liebe gehe angeblich durch den Magen heißt es ja sinngemäß in fast allen Kultursprachen. Die Thematik ist also nicht neu. Wir sprechen von der Verquickung zweier Triebe, die beide das menschliche Dasein auf eine sehr intensive und sinnliche Art bestimmen. Vor bald einem halben Jahrhundert hatten die heute als „68iger“ apostrophierten jungen Mitbürger begonnen ihre Sexualität von den Tabus und sozialen Beschränkungen einer moralisch verschlossenen Gesellschaft zu befreien. Heute reden sie gerne von der „sexuellen Revolution“. Ihre neu gewonnene Freiheit haben sie allerdings auf Kosten des gastronomischen Genusses erworben. In dem Maße, in dem die Freizügigkeit in Sachen der Sexualität wuchs stülpte sich ein restriktives Denken und Fühlen über das Sinnesorgan des Geschmacks.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Sex des Alters: Mollige leben länger

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Geliebtes Laugengebäck zum Wein

Der Geschmack der Wirtschaftswunder-Zeit: Salzletten zum Wein

In der Mitte des vorigen Jahrhunderts, der zweite Weltkrieg war erst ein paar Jahre vorbei, war, den ökonomischen Zwängen folgend, die Weinkultur im Hause meiner Eltern noch längst nicht so üppig und raffiniert wie etliche Jahre später. An Einladungen zum Essen, gar zum „dinner“,  habe ich kaum Erinnerungen. Die Generation meiner Eltern traf sich in jener Zeit abends nach dem Essen „zum Gläschen Wein“ und auf dem Tisch standen dann die im Kolonialwaren-Laden gekauften „Salzletten“ und „Knusperbrezeln“. Das üppige Salzgebäck-Angebot von heute mit Käse und exotischen Gewürzen war damals noch nicht verfügbar. Zu diesen Gelegenheiten durfte ich im zarten Jugendalter während der ersten Stunde der Einladung an der Erwachsenenwelt teilhaben und sogar gelegentlich am Glase meines Vaters nippen. Der Wein wurde von den damaligen „Kennern“ meist recht einsilbig als gut oder etwas säuerlich charakterisiert, viel mehr Attribute gestand man ihm nicht zu. Aber das großartige Laugengebäck! Für mich war es ein geschmackliches „Non-Plus-Ultra“ und so kam es, dass meine Mutter während der Stunde meiner abendlichen Anwesenheit mehrfach die große rote Blechdose mit den salzigen Laugenwundern hervorholen und mehr davon auf den Tisch bringen musste. Diese Dosen sind übrigens heutzutage eine begehrte Rarität für Sammler.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Geliebtes Laugengebäck zum Wein