Drucken Drucken Artikel weiterempfehlen Artikel weiterempfehlen

Hintergründe: Fischküche und Weißwein

Der herrliche Duft des Meeres wie hier an den  Rias Baixas nach Algen und Jod ist mit guter Fischküche assoziiert.

Am Beginn seiner gastronomischen Geschichte war Fisch nicht einmal in den Küstenregionen Europas ein besonders beliebtes Nahrungsmittel. Fleisch spielte in Zentraleuropa praktisch immer die Schlüsselrolle in der Ernährung der Menschen. Auf jüdischem Vorbild fußte bereits im frühen Christentums die Idee des Fastens.  Fasten bedeutete im Wesentlichen den zeitweisen Verzicht auf Fleisch in der Ernährung. Körperliche Entbehrung sollte Geist und Willen stärken. Wenn Fleisch in der Fastenzeit nicht gegessen werden durfte, entstand die Notwendigkeit alternative Nahrungsmittel für die nötige Kalorienzufuhr zu finden. Zu diesem Zeitpunkt begannen in unserer Esskultur die Erfolgsgeschichten von eiweißreichen Ersatzprodukten wie Hülsenfrüchten, Käse, Eiern, Geflügel und, last but not least, Fisch.

 ….  bitte lesen Sie hier weiter: Hintergründe: Fischküche und Weißwein

Drucken Drucken Artikel weiterempfehlen Artikel weiterempfehlen

Fair Trade – was geht das den Weinfreund an?

Wein wird global produziert und global getrunkent

Wein ist ein globales Geschäft, mit aller damit verbundenen Problematik

Auf Kaffeedosen, Kakaoschachteln oder Fruchtsafttüten hat man sie schon gesehen: die Siegel von sog. „Fair Trade“-Organisationen. Sie wollen bezeugen, dass das Produkt in der jeweiligen Verpackung aus einem „kontrollierten“ Handel stammt, bei dem den Herstellern ein bestimmter, gerechtfertigter „Mindestpreis“  bezahlt wurde (engl.: fair trade = gerechter Handel). Das besagte Siegel bedeutet eine freiwillige wirtschaftsethische Verpflichtung der Käufer und Händler innerhalb der aber auch Umweltstandards und bestimmte gesellschaftspolitische Bedingungen im Herstellerland eingefordert und ggf. gefördert werden. Entsprechend sind Nahrungs- und Genussmittel mit dem Fair-Trade Siegel vielfach auch Produkte aus ökologischer Landwirtschaft.

Wir in den wohlhabenden Ländern sind es gewohnt bei Einkäufen jeder Art eine große Markenvielfalt vorzufinden, aber die Kaufentscheidung wird letztlich doch praktisch immer vom Preis abhängig gemacht. Dies führt unweigerlich dazu,  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Fair Trade – was geht das den Weinfreund an?

Drucken Drucken Artikel weiterempfehlen Artikel weiterempfehlen

Mit allen fünf Sinnen: Gastrophysik

Eine klassische Sinnestäuschung: beide Horizontallinien sind exakt gleich lang.

Es gibt Bilder in denen andere Bilder versteckt sind, die man allerdings erst nach einiger Konzentration darauf erkennt, oder auch Raster-Zeichnungen in denen objektiv paralelle Linien durch bestimmte Zusatzmuster schräg zu verlaufen scheinen (für ein weiteres Beispiel siehe auch nebenstehende horizontalen Linien). Diese und unzählige andere Wahrnehmungstäuschungen können alle Sinne betreffen. Für die Gastrosophie und Gastronomie von höchstem Interesse sind dabei Täuschungen des Geschmacks-und Geruchssinnes und die Möglichkeiten diese bewusst zu manipulieren. Solche Zusammenhänge werden an der Universität von Oxford  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Mit allen fünf Sinnen: Gastrophysik

Drucken Drucken Artikel weiterempfehlen Artikel weiterempfehlen

Die Wohlgerüche von al-Andalus

Ein “Muss” für alle deutschsprachigen Maurophile

Vor Jahren war ich zusammen mit einigen anderen deutschen Weinjournalisten zu einer Weinreise in ein bekanntes spanisches Weinbaugebiet eingeladen. Im besten Restaurant eines Dorfes, in dem sich ein paar Kellereien befanden, sollte eine Weinprobe mit Kreszenzen verschiedener ortsansässiger Bodegas stattfinden. Als wir ankamen, war das Personal noch damit beschäftigt den Raum herzurichten und versprühte als krönenden Abschluss seiner Tätigkeit reichlich Duftkonzentrat aus einer Spraydose. Zwei meiner Kollegen begannen sofort ein fürchterliches Gezeter, man soll doch mit diesem Unsinn aufhören, denn sie könnten, umgeben von diesem künstlichen Geruch, keinen Wein verkosten. Die Fenster mussten geöffnet werden und der Beginn der Veranstaltung verzögerte sich um mehr als 20 Minuten.

Dieses Ereignis hat nach der Probe für viel Diskussionsstoff zwischen uns Journalisten und den Gastgebern gesorgt. Zwar hat man sehr wohl verstanden, dass Gerüche das Geschmackserlebnis beeinflussen können, aber warum war ein Wohlgeruch aus der Dose schlimmer als der ranzig-kalte Duft von Öl in dem Pommes frites und Fisch gebraten wurde? Eine berechtigte Frage schien mir da auf eine schlüssige Antwort zu warten.   ….  bitte lesen Sie hier weiter: Die Wohlgerüche von al-Andalus

Drucken Drucken Artikel weiterempfehlen Artikel weiterempfehlen

Ein Genuss der besonderen Art: Federrosé

Der fertige Vorgänger des diesjährigen “Federrosé”

Kurz vor der diesjährigen Weinlese Mitte September hatten wir entschieden in der Bodega Los Barrancos wieder einen Roséwein zu keltern. Daher haben wir die ersten, vollreifen, entrapptenTempranillo-Trauben in der pneumatischen Presse bei sehr niedrigem Druck kurz angepresst und anschliessend knappe drei Stunden mit den Schalen in der Presse in Kontakt gelassen. Dann wurde der trübe Most in einen Edelstahltank gefüllt und auf 16 °C heruntergekühlt. Jetzt begann die Wartezeit: nach etwa drei Tagen hörte man ein ganz leises Knistern bzw. Blubbern im Tank, als Zeichen, dass die Gärung begonnen hatte. Die allererste Probe des neuen Weins fand eine Woche nach Beginn der Aktion statt. Der kühle Trunk war eher penetrant süß als wirklich genussvoll. Etwa eine weitere Woche später sah es schon ganz anders aus: aus der süßen Plörre war richtiger, perlender, trüber Wein (ca. 8 – 10 Vol.-% Alkohol) geworden, eine überwältigende Frucht von roten Beeren und Apfelnoten, zarte Hintergrundsüße und würzige Hefetöne gaben dem Getränk im Glas einen unwiderstehlichen, jugendlichen Charme. Ein Wein im status nascendi, voll Lebendigkeit und Frische! Am liebsten hätte ich ihn sofort als “Naturwein” (auch häufiger “Orange Wine”  genannt) in Flaschen gefüllt, aber das hätten weder der Wein noch die Flaschen überlebt. Nach dem bekannten Motto des römischen Dichters Horaz „Carpe diem“ habe ich mir statt dessen ein zweites Glas aus dem Tank geholt in dem vollen Bewusstsein, dass ich diesen Wein genauso wie er jetzt war nie wieder trinken werden könne. Was für ein schönes Erlebnis an diesen Tag, in dieser Stunde!  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Ein Genuss der besonderen Art: Federrosé