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Wein schenken

Paternina Gran Reserva "Reserva Especial" 1968

Ein gereifter Wein kann ein großartiges Geschenk sein.

„Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“ sagt der Volksmund und damit ist auch schon eine hintergründige Definition des Sinns von Geschenken gegeben: man erwartet nämlich in irgendeiner Form eine Gegenleistung. Im Falle des obigen Spruchs soll Freundschaft erhalten bleiben. In der Philosophie wird gelehrt, dass eine Gabe ohne die Erwartung einer Gegengabe überhaupt nicht denkbar sei. Selbst wenn der Eindruck erweckt werden soll das Schenken sei eine rein altruistische Handlung lässt sich vermutlich immer eine Erwartungshaltung des Schenkenden nachweisen, die sich nach Erfüllung sehnt.  Im täglichen Umgang mit unseren Mitmenschen stellen wir beim Schenken natürlich solche Überlegungen nicht an. Wir glauben fest an die Uneigennützigkeit des Vorganges. Unter Weinfreunden sind Weingeschenke an der Tagesordnung. Wenn man sich gegenseitig besucht bringt man Wein mit. Damit dieser nicht in der nächsten Bratensoße landet versucht man sich am Geschmack des Beschenkten zu orientieren. Dazu muss man diesen natürlich kennen und trotzdem kann man erheblichen Schiffbruch erleiden. Warum das so ist erklärt eine Studie aus der Soziologie.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Wein schenken

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Ein Alptraum: “NESWEIN”

In jeder Schublade ein Pülverchen für einen wohlschmeckenden Wein.

Das Aufsichtsratsmitglied einer kleinen Textilfirma, Martin F. war, zusammen mit seinem Chauffeur, auf dem Wege zur Jahressitzung dieses Gremiums am nächsten Tag in einer fränkischen Kleinstadt. Ein Motorschaden zwang die beiden Herren in einem nahe gelegenen Dorf eine Werkstatt aufzusuchen. Da es schon spät geworden war, entschloss man sich statt im Zielort im Dorfgasthof zu nächtigen. Die Speisekarte im Hotel war eher bescheiden und eine Weinkarte nicht vorhanden. Man wählte ein Bauernomlette zu dem sich der Chauffeur ein Bier bestellte. Herr F. bat die Kellnerin um ein Glas stilles Mineralwasser, aber bitte in einem großen Weinglas! Als ihm die verwunderte Bedienung das Glas auf den Tisch stellte, griff  er in seine Jackentasche und holte ein kleines Tütchen hervor, in Form und Größe einem Umschlag für einen Teebeutel nicht unähnlich. Er riss eine Ecke auf und kippte den Inhalt in das Glas. Das Wasser färbte sich durch das Pulver tief rot. Er schwenkte das Glas vorsichtig und schnupperte: „Ist o.k.“ ließ er verlauten während sein Chauffeur ihm wie versteinert gegenüber saß und versuchte das leere Tütchen über den Tisch zu sich zu ziehen. Er las, immer noch reglos: „NESWINE – Red  Bordeaux, Type Pomerol“. Während Herr F. sichtlich zufrieden an dem Glas hing und schnupperte war sein Chauffeur verwirrt und unsicher ob des gerade Erlebten.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Ein Alptraum: “NESWEIN”

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Großartige Wiedergeburt: der Verdejo

Symphonie in Grün: der Verdejo

Symphonie in Grün: der Verdejo

Man findet sie überall dort wo es Weine zu kaufen gibt: die weiße Rebsorte Verdejo aus Spanien. Im Supermarkt, bei den Discountern, im Lebensmittelhandel, bei den kleinen und großen Weinhändlern, im online-Versand und in fast jeder Kneipe werden neuerdings Verdejos angeboten. Aus dieser Sorte gekelterte Weine erleben gerade einen Boom sondergleichen. Sie stammen meist aus dem kastilischen Weinbaugebiet Rueda, wo man alleine im Jahr 2015 82 Millionen Flaschen eines Verdejo-Weines abgefüllt hat.

Die Geschichte des Verdejo, dessen Name in etwa mit „Grünling“ übersetzt werden könnte (was vielleicht mit der Farbe der Trauben und des Fruchtfleisches zusammenhängt), geht viele Jahrhunderte zurück. Da die Rebsorte sehr sauerstoffempfindlich ist, war sie prädestiniert für den typischen spanischen, oxydativen Ausbau im Sinne eines „rancio“. Diese Sherry- oder Malaga-Wein-ähnlichen Verdejo-Weine aus Rueda hatten im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert einen sehr guten Ruf in ihrem Heimatland. Für viele Weinkenner im In- und  und Ausland waren die „Ruedas“ lange Zeit ein absoluter Geheimtipp und eine wunderbare Ergänzung zur Vielfalt der Sherries.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Großartige Wiedergeburt: der Verdejo

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Klein aber fein: der Wein einer andalusischen Venta

Landschaft bei Haza del Lino

Landschaft bei der Venta Haza del Lino

Auf der Passhöhe an der Strasse zwischen den ostandalusischen Dörfern Orgiva und Albuñol, in der Sierra de la Contraviesa, gibt es die Wirtschaft (Venta) „Haza del Lino“. Einst war sie der einzige Ort weit und breit an dem man essen konnte. Die Standard-Mahlzeit bestand aus dem lokalen, auf 1.300 Metern ü.M. gereiften Schinken mit Bratkartoffeln und in reichlicher Menge Öl gebratenem Spiegelei. Dazu bekam man eine Karaffe des selbst gemachten Vino de la Costa auf den Tisch gestellt, dieser war ein rosa gefärbter, alkoholreicher Wein mit deutlichen Sherrynoten. Obwohl es kein Gourmet-Essen war, sind wir die 10 Kilometer von unsrem Haus oft dorthin gefahren um uns beim alten Paco satt zu essen. Haza del Lino war eine in der ganzen Gegend bekannte Institution, in der auch die neuesten Nachrichten ausgetauscht wurden. Im Laufe der Jahre wuchsen die Kinder und Enkel heran, wobei die jeweils ältesten der Einfachkeit halber auch Paco hießen. Heute gibt es zwei Pacos, den Sohn und den Enkel des „Alten“. Beide sind Wein-Freaks und haben sich u.a. auch von Cesar Ortega, unserem Önologen von Los Barrancos, ausbilden lassen. Der junge Paco ist  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Klein aber fein: der Wein einer andalusischen Venta

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Ein Fest der Sinne: Schloß Schauenstein

Hotel und Restaurant Schloß Schauenstein

Hotel und Restaurant Schloß Schauenstein

Beim sommerlichen Frühstück im Garten der „Remise“ erfährt man so ganz nebenbei durch eine kleine auf dem Holztisch liegende Notiz , dass der Vizconde Cristóbal Salazar der Erfinder des Zitronenmuffins ist und seine viel zu früh verstorbene Gattin in einem zitronenförmigen, gelben Sarg beisetzen ließ. Ich rede vom Schloss Schauenstein im Graubündner Ort Fürstenau. In diesem mittelalterlichen Schloss, welches allerdings im 17. Jahrhundert bis auf die Grundmauern abbrannte und wiederaufgebaut wurde, hatten wir komfortabel genächtigt nachdem wir am vorangegangenen Abend ein vom Schweizer Drei-Sterne-Koch Andreas Caminada zubereitetes Menü serviert bekamen.

Meine seit einiger Zeit bestehende tiefe Abneigung gegen die Sterne-Küche habe ich an diesem Ort und an anderen Stellen bereits mehrfach zum Ausdruck gebracht, brauche sie also nicht zu wiederholen. Hier in Schauenstein war alles ganz anders: es fing bereits mit dem aufmerksamen, aber unaufdringlichen Service an. Den Aperitif nahm man auf der Terrasse ein, auf der man den Ausblick auf den wunderschönen französischen Garten und die gewaltigen umliegenden Berge genießen konnte. Bereits zum Drink gab es eine Vielzahl grandioser Amuse bouches, die den Gaumen tatsächlich reizten und die Geschmacksnerven auf Hochspannung brachten.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Ein Fest der Sinne: Schloß Schauenstein