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Die gastrosophische Faszination der Stillleben

Diego Velazquez (1599-1660): Christus im Haus der Martha und Maria

Die gemalte Darstellung lebloser Gegenstände wird in der Kunstgeschichte „Stillleben“ genannt. Die französische Sprache drückt es expliziter aus und nennt die Bilder „nature morte“. Die Spanier haben sich den Begriff „Bodegón“ geschaffen und verweisen damit direkt auf den Inhalt der Gemälde. Das lateinische “apotheca” bedeutete nämlich “Speicher” (auch Vorratskammer) und ist damit u.a. auch die Wurzel des deutschen Begriffs “Apotheke” (Speicher von Arzneistoffen) und des spanischen “bodega” (siehe auch „Was hat die Apotheke mit dem Wein zu tun?“). Entsprechend sind Gegenstände aus den Vorratskammern oder ihrer Umgebung auf den spanischen „bodegónes“ zu sehen. Aber nicht nur leblose Dinge sondern auch Menschen sind dort häufig abgebildet und stellen so etwas wie eine Rahmenhandlung für das Bild dar. Die großen Vorbilder für die spanischen Maler stammten aus den Niederlanden. Dort erlebten  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Die gastrosophische Faszination der Stillleben

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Einfache Chemie und trotzdem nicht banal: das Kochsalz

Fleur de Sel aus der Camargue

„Schlachte nicht mehr als Du salzen kannst“ besagt eine alte Bauernweisheit und deutet auf die große Bedeutung des Salzes für die Haltbarmachung der Ernährung des Menschen. Aber über Salz zu schreiben mag vielen Lesern äußerst banal erscheinen und tatsächlich offenbart eine Internet-Recherche sehr schnell, dass das Thema bereits in einer Unmenge von Büchern und Aufsätzen behandelt wurde. Salz als Handelsware, Salz als kulinarische Zutat, Salz als Konservierungsmittel und Salz als gesundheitspolitisches Problem sind die wesentlichen Themen und Inhalte dieser Schriften. Mich interessieren, neben den medizischen, vor allem die geschmacklichen Aspekte des Salzes. Die Köche unterscheiden bekanntermaßen (1) das Küchensalz zum Kochen und Braten vom (2) „Finishing“-Salz zum genau dosierten Nachwürzen ihrer Speisen. Ein Blick in die Regale der großen Delikatessengeschäfte oder spezialisierten Supermärkte offenbart sofort, dass es von allen Salzen zahllose Varianten gibt, die sich mehr oder weniger durch die Beschaffenheit ihrer Kristalle, ihre salzige Geschmacksintensität und ihren Gehalt an begleitenden Mineralien voneinander unterscheiden. Eine der guten Eigenschaften des Salzes ist, selbstverständlich nur bei richtiger Dosierung, seine Fähigkeit Aromen zu verstärken ohne einen reinen Salzgeschmack zu hinterlassen. Bevor ich mich auf Details der „Salzkunde“ einlasse, möchte ich ein paar Sätze zur medizinischen Thematik auf dem Bildschirm festhalten.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Einfache Chemie und trotzdem nicht banal: das Kochsalz

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Geliebtes Laugengebäck zum Wein

Der Geschmack der Wirtschaftswunder-Zeit: Salzletten zum Wein

In der Mitte des vorigen Jahrhunderts, der zweite Weltkrieg war erst ein paar Jahre vorbei, war, den ökonomischen Zwängen folgend, die Weinkultur im Hause meiner Eltern noch längst nicht so üppig und raffiniert wie etliche Jahre später. An Einladungen zum Essen, gar zum „dinner“,  habe ich kaum Erinnerungen. Die Generation meiner Eltern traf sich in jener Zeit abends nach dem Essen „zum Gläschen Wein“ und auf dem Tisch standen dann die im Kolonialwaren-Laden gekauften „Salzletten“ und „Knusperbrezeln“. Das üppige Salzgebäck-Angebot von heute mit Käse und exotischen Gewürzen war damals noch nicht verfügbar. Zu diesen Gelegenheiten durfte ich im zarten Jugendalter während der ersten Stunde der Einladung an der Erwachsenenwelt teilhaben und sogar gelegentlich am Glase meines Vaters nippen. Der Wein wurde von den damaligen “Kennern” meist recht einsilbig als gut oder etwas säuerlich charakterisiert, viel mehr Attribute gestand man ihm nicht zu. Aber das großartige Laugengebäck! Für mich war es ein geschmackliches „Non-Plus-Ultra“ und so kam es, dass meine Mutter während der Stunde meiner abendlichen Anwesenheit mehrfach die große rote Blechdose mit den salzigen Laugenwundern hervorholen und mehr davon auf den Tisch bringen musste. Diese Dosen sind übrigens heutzutage eine begehrte Rarität für Sammler.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Geliebtes Laugengebäck zum Wein

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Was ist denn eigentlich “Gastrosophie”?

Lebenslust à la Tizian: Das Bacchanal von Andros

Im heutigen Sprachgebrauch wird das Wort „Gastrosophie“ gelegentlich synonym mit „Gastronomie“ gebraucht. Das ist nicht ganz richtig; schon die Bedeutung der griechischen Urspungsworte gibt Auskunft über ihre Inhalte. Gaster, der Bauch und sophia, die Weisheit, bedeuten Erkenntnisse über das Essen (im weitesten Sinne die Essenswissenschaft). Demgegenüber steht gaster und nomos, das Gesetz, als fixe Zusammensetzung des Essens (Kochen nach Rezept). Das eine macht man mit dem Kopf, das andere mit dem Kochlöffel. Der einstige Breslauer Theaterdirektor und Schriftsteller Friedrich Christian Eugen Baron von Vaerst veröffentlichte im Jahre 1851 das Buch „Gastrosophie oder die Lehre von den Freuden der Tafel“. Darin teilte er die Freunde des guten Essens in drei Kategorien ein: den Gourmand, den Gourmet und den Gastrosophen und beschrieb diese folgendermaßen:  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Was ist denn eigentlich “Gastrosophie”?

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Sortenrein oder verschnitten?

"Colas de gamba sobre tostada de mar"

In der Gastronomie und beim Wein: verschiedene Zutaten/Rebsorten ergänzen sich und erhöhen den Genuss (hier: Celler de Can Roca, Girona).

Bei manchen Weinfreunden führt die Frage ob sie einen Wein  reinsortig oder als Mischung verschiedener Rebsorten bevorzugen zu einem hochemotionalen Glaubensbekenntnis. Bei genauerem Zuhören kommt allerdings der Verdacht auf, dass sich die Gefühle mehr um die jeweilige Rebsorte ranken als um prinzipielle Vorlieben. Riesling- und Pinot Noir (Spätburgunder)-Freunde sind fast immer die stärksten Verteidiger der Sortenreinheit während Liebhaber der weißen Burgundersorten oder des Cabernet Sauvignons und Merlots eher für „Verschnitte“ zu haben sind. Sie nennen diese dann „Cuvées“, ein im Grunde unpassendes französisches Wort.  Es kommt vom Substantiv „cuve“ was so viel wie Wanne, Tank, Fuder oder einfach nur Behälter bedeuten kann und vielleicht auf das Gefäß hindeutet in dem die Vermischung geschieht. Einen Verschnitt verschiedener Weine nennen die Franzosen „coupage“ oder „assemblage“. Tatsache ist allerdings, dass ausschliesslich bei der Champagner-Herstellung die Zusammenstellung der Grundweine für die Flaschengärung tatsächlich „cuvée“ genannt wird. Das Wort “Cuvée” hat man offenbar in der deutschen Weinsprache dann verallgemeinert und synonym für den phonetisch und inhaltlich wenig attraktiven Begriff des „Verschnitts“ gebraucht.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Sortenrein oder verschnitten?