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 Farbumschlag bei roten Trauben: zur Herstellung von Agrest/Verjus muss vorher gelesen werden.
“Die Bummler machen noch einige Runden und verschwinden dann, um im Café des Don Pedro Hurtado, des besten Eiskonditors von Granada, einen Scherbett oder einen Agraz zu sich zu nehmen…“ berichtete Théophile Gautier, der Meistererzähler aus Frankreich, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in seinen Aufzeichnungen von einer Andalusienreise. Das Eis für die kühlen Drinks brachten übrigens die sog. „neveros“ aus der sommerlichen Sierra Nevada bereits am frühen Morgen hinunter in die Stadt. Weder der Agraz (zu deutsch „Agrest“) noch die Neveros haben überlebt. Für die sommerliche Erfrischung sorgten später industriell gefertigte, kohlensäurehaltige Getränke und das Eis dafür kam aus den Eisfabriken am Stadtrand. …. bitte lesen Sie hier weiter: Auch Weinkultur: Grünsaft (verjus) bzw. Agrest
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 Gegen Durst: Quellwasser als Lebensspender und einfachstes Genussmittel
Durst ist die Empfindung, die uns zum trinken treibt und kann bei mangelnder Flüssigkeitsaufnahme zu einem der stärksten Verlangen des Menschen werden (“Durst ist schlimmer als Heimweh”). Kein Wunder, denn ohne Flüssigkeitsaufnahme können wir gerade einmal drei bis vier Tage überleben, während wir wochenlang ohne Essen aushalten. Grund für diese große Bedeutung des Trinkens sind die hochkomplexen Steuerungsmechanismen des menschlichen Körpers, die die Fließfähigkeit des Blutes und die Konzentration der Salze (Elektrolyte) aufrechthalten. Eine sehr genaue Konzentration der Elekrolyte im Blut ist für viele Lebensfunktionen dringend erforderlich. Durst signalisiert uns daher folgendes: entweder leiden wir an Flüssigkeitsmangel oder wir haben eine erhöhte Salzkonzentration im Blut. Die entsprechende Menge Flüssigkeit …. bitte lesen Sie hier weiter: Die Kultivierung des Durstes war der Beginn des Trinkgenusses
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 Eine Delikatesse (nicht nur für Anspruchslose):. Suppe aus Erbswurst und dazu Amontillado
Kurz vor seinem Tod, im Jahr 1872 kündigte der Berliner Fabrikant Johann Heinrich Grüneberg in Zeitungsannoncen an, dass ab sofort sein von ihm erfundenes „Nahrungs- Präparat“ unter der Bezeichnung DEUTSCHE ERBSWURST im Handel sei. Bereits 1867 hatte er sie erfunden und für annähernd 35.000 Thaler (ca. 120.000 €) an die preußische Armee verkauft. Diese nutzte die Erbswurst als Ernährungszusatz für ihre Soldaten im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Auf dem Höhepunkt des Krieges sollen täglich 65 Tonnen (65.000 Kilogramm!) davon produziert worden sein. Ist der deutsche Sieg und die folgende Vereinigung zum Deutschen Reich im Spiegelsaal von Versailles etwa der Erbswurst zu verdanken? Nach dem Ableben von Grüneberg übernahm die Firma Knorr in Heilbronn die Produktion des wohl erfolgreichsten Fertiggerichtes aller Zeiten. Später landete es beim britisch-niederländischen Konzern Unilever.
Die Erbsensuppe aus der Erbswurst war …. bitte lesen Sie hier weiter: Kulturgüter: Erbswurst und Amontillado “Carlos VII”
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 Joan de Juanes (1510-1579) aus Valencia: Abendmahl (Museo de Prado, Madrid) -
Wenn Christen zum heiligen Abendmahl schreiten und ihnen der Kelch gereicht wird, befindet sich darin nicht gewöhnlicher Wein. Er muss vorher von einem Priester gesegnet werden. Gekeltert werden darf der Wein auch nur mit besonderer Erlaubnis des zuständigen Bischofs, der auf die Einhaltung des kirchlichen Reinheitsgebotes achtet. Dies beinhaltet, dass der Wein aus Weintrauben gemacht sein und ohne jede Zusatzstoffe (auch ohne zusätzlichen Zucker) auskommen, also naturbelassen bleiben muß. Gestattet ist lediglich der Zusatz von reinem Weinalkohol zu Stabilisierungszwecken. Der Winzer und auch der Händler, der den Messwein herstellt bzw. vertreibt, muss für die Reinheit seines Produktes eidesstattlich bürgen.
Diese Regeln stammen aus dem Mittelalter, wo es im Weinhandel …. bitte lesen Sie hier weiter: Reiner Wein und Religion
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 Der Herbst (die Weinlese) von Francisco de Goya (Museo del Prado, Madrid)
Im Oktober und November wird vielerorts auf der Welt das s. g. “Erntedankfest” gefeiert. In Deutschland gibt es keine offiziell festgelegten Daten an denen gefeiert wird. In evangelischen Gemeinden ist es meist nach dem s. g. Michaelistag, dem 29. September, während Katholiken häufig erst nach dem 1. Sonntag im Oktober feiern. Jede Gemeinde ist frei ihr Erntedankfest individuell festzulegen, Die Kirchen schmücken ihr Inneres häufig mit den farbenfrohen, frischen Produkten des Landes. Erntedank ist aber nicht nur ein religiöses Fest, an dem Gott für eine gute und reichhaltige Ernte gedankt wird, sondern in vielen Gegenden auch ein durchaus weltliches Freudenfest.
In heidnischen Zeiten huldigte man den Feldgeistern und …. bitte lesen Sie hier weiter: Erntedankfeste
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 Mit bemerkenswertem Etikett: Maduresa 2007 aus Valencia
Ich wollte einmal wissen, wie sich rote Spitzenweine in einem warmen Sommerklima präsentieren. Um das rauszubekommen habe ich mir in Granada drei Weine gekauft, die es auch im Sortiment von La Vineria gibt. Dabei habe ich übrigens bemerkt, dass die Weine im Ursprungsland auch nicht billiger als in Deutschland sind. Ich habe sie während des heißen Sommers 2012 verkostet in dem in manchen Nächten das Thermometer nicht unter die 30 °C-Marke sank. Nachfolgend die letzte Verkostungsnotiz.
Der „Celler del Roure“ ist eine kleine Weinkellerei in der D.O.Valencia im Besitz von Pablo Calatayud, einem Weinbauingeneur, der mit Herz und Seele bei seinem Beruf ist. Er hat sich in eine fast ausgestorbene, valencianische rote Rebsorte namens „Mandó“ verliebt …. bitte lesen Sie hier weiter: Bei 30 °C in einer Sommernacht: der Maduresa 2007
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 neue Rebgärten an der Westküste von Teneriffa
”Fortunatae insulae” – die glücklichen Inseln – nannten die Römer die Kanaren. Jedoch viel wussten die Römer mit diesen Inseln nicht anzufangen. Um sie zu erschliessen und für sich nutzbar zu machen waren sie in der antiken Welt zu weit weg und hatten damals keinerlei strategische Bedeutung. Dies sollte sich ein Jahrtausend später dann grundlegend ändern. Die spanischen Könige Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón, liessen Ende des 15. Jahrhunderts die Inseln besetzen und verleibten sie ihrem Königreich ein. Dies war ein politisch sehr weitsichtiger Schachzug, denn die Kanaren waren eine perfekte Zwischenstation auf dem Weg nach “Nueva España”, den gerade von Kolumbus entdeckten spanischen Kolonien in Amerika. In den folgenden Jahrhunderten besiedelten die Spanier die Inseln und brachten ihre Kultur mit. Unter den Pflanzen, …. bitte lesen Sie hier weiter: Lebendige Weingeschichte: kanarischer Malvasía
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 Passt zusammen: Aroma-Verstärkung durch VICHY CATALÀN
Die alten Griechen benutzten aufwendig verzierte Trinkschalen aus Ton mit erheblichen Durchmessern als Behältnisse für den Weinkonsum. Eine solche Schale maß zwischen 25 und 27 cm im Durchmesser und hatte eine Fassungsvermögen von rund zwei Litern. Man muss wissen, dass der Wein in der Antike praktisch immer mit Wasser verdünnt wurde, wobei ein Verhälnis von 1/3 Wein zu 2/3 Wasser vom großen Dichter Anakreon (siehe diesen Blog: “Der Wein in der Dichtung”) empfohlen wurde. Heute ist das Thema Wasser im Wein eigentlich tabu. Wein mit Wasser zu verdünnen gilt als unschicklich und geschmacklos. Dies in der Kellerei zu tun – z.B. um einen hohen Alkoholgehalt zu verdünnen – ist sogar gesetzlich verboten. Ganz anders allerdings, und viel genußvoller ist das Thema “Wasser und Wein” zu sehen. Unendlich viele Publikationen von Gastrosophie-Gurus haben sich in den letzten Jahren mit diesem Aspekt beschäftigt. Welches Wasser passt zu welchem Wein? Mit oder mit reduzierter oder ganz ohne Kohlensäure? Mineralisch oder leicht? …. bitte lesen Sie hier weiter: Der Kombi-Genuss: Wasser und Wein
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- Zeichnung von John Frederick Lewis: Puerta del vino, ca, 1833
Die Alhambra ist Granadas architektonisches Schmuckstück aus der Maurenzeit. Unter den vielen Toren dieser Festung ist eines der ältesten und berühmtesten das imposante “Weintor” (Puerta del Vino). Spätestens seit 1564, also lange nach der Einnahme Granadas durch die Christen, wurde der Wein für die damaligen Bewohner des Alhambrahügels von den Händlern dort abgeliefert und von da aus weiter verteilt. Einige Geschichtsschreiber sind gar der Meinung, daß der Namen Weintor bereits von den Mauren stammt, die hier, trotz des Alkoholverbotes des Koran, Wein umgeschlagen haben. Was auch immer historisch richtig ist, es bezeugt, daß Wein in Granada eine lange Tradition hat, und dieser war seit Urzeiten der “vino de la costa”, der “Küstenwein”. Übrigens hat Claude Debussy in seinem Stück “La Puerta del Vino” versucht ein Tongemälde dieses Bauwerkes zu komponieren. Das Kuriose dabei ist, daß er selbst nie in Granada war und die Alhambra lediglich von Postkarten und aus Erzählungen kannte. …. bitte lesen Sie hier weiter: Das “Weintor” und die Weine aus Granada
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 Frisches Gras und Rosenblätter auf der Strasse beim Fronleichnamszug in Granada
Am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitstag wurde Fronleichnam gefeiert. In Granada hat dieses Fest mit seinen feierlichen Prozessionen eine lange Tradition. Wie in vielen katholischen Regionen der mediterranen Welt wurden Altäre …. bitte lesen Sie hier weiter: Kriesenbewältigung durch Lebensfreude?
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