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Der Wein in der Dichtung

Gotthold Ephraim Lessing, Scherenschnitt um 1780
Gotthold Ephraim Lessing, Scherenschnitt um 1780

Von Wein und Kunst war in diesen Beiträgen schon vielfach die Rede, aber fast überhaupt nicht wurde bisher der Lyrik als künstlerischem Ausdrucksmittel gedacht. Ich glaube, dass man den Anfang aller modernen Weinlyrik in der Antike um das Jahr 550 v. Chr. zu suchen hat, nämlich beim griechischen Lyriker Anakreon. Dieser war u.a. Hofdichter auf der Insel Samos und starb im hohen Alter von 85 Jahren – ein früher lebendiger Beweis für die gesundheitlichen Wohltaten mässigen Weinkonsums. Vielleicht hätte er noch viel länger gelebt wenn ihm nicht eine Weinbeere im Halse stecken geblieben und er daran erstickt wäre.

Anakreons Verse zeichneten sich durch Schönheit, Eleganz und feine Erotik aus. Immer wieder huldigte er darin der Liebe, dem Wein und der von ihm hochverehrten Rosenblüte. Eine ganze Stilrichtung in der europäischen Literatur bezieht sich auf den griechischen Dichter: die Anakreontik. Sie war im Rokoko besonders beliebt und fand damals auch ein Pendant in der Malerei, deren ständig wiederkehrende Themen ebenfalls  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Der Wein in der Dichtung

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Gibt der “gemischte Satz” die komplexeren Weine?

 

Mischsatz: häufig uralte Buschrebstöcke
Mischsatz: häufig uralte Buschrebstöcke

Die großen Cuvées aus Bordeaux, dem Chianti-Gebiet oder der Rioja sind natürlich einst aus einem gemischen Satz entstanden. In Spanien war der Mischsatz die übliche Weinbergspraxis. In der Beatus-Handschrift aus dem 10. Jahrhundert, die sich heute in der Bibliothek des Escorial befindet, gibt es eine Darstellung des Jüngsten Gerichtes als Allegorie der Ernte. Die Heiligen legen die Sichel an den Weinstock und ernten die Trauben. Bei genauerem Hinsehen erkennt man am gleichen Stock weiße und rote Trauben. Da das Buch  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Gibt der “gemischte Satz” die komplexeren Weine?

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Amphorenweine – aus der önologischen Mottenkiste

Tinaja-Manufaktur in der Mancha. Druck aus dem Jahr 1882
Tinaja-Manufaktur in der Mancha. Druck aus dem Jahr 1882

Weinmacher auf der ganzen Welt versuchen sich durch die Besonderheit ihrer Weine von einander abzugrenzen. Wie aber kann man etwas „besonderes” in den Wein bekommen? Wenn das Terroir kein ausreichendes Unterscheidungsmerkmal bietet, kann man versuchen durch Experimente mit der Vinifikation dem Wein den gewünschten „Kick” zu geben. Etliche Biowinzer in verschiedenen Ländern haben in der letzten Zeit mit einen Griff in die Mottenkiste der Weinerzeugung erfolgreich versucht die Szene zu beleben: sie sind zurück ins historische Altertum mit seinen Tonamphoren gegangen.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Amphorenweine – aus der önologischen Mottenkiste

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Gilgamesch-Epos: Enkidu wird durch den Wein zivilisiert

In babylonischer Keilschrift: Gilgamesch-Epos

In babylonischer Keilschrift: Gilgamesch-Epos (British Museum)

Gilgamesch, der despotische und gewaltsame König von Uruk, soll nach Götterwillen durch Enkidu, einem wilden und menschenähnlichen Geschöpf, gebändigt werden. Davor muss dieses aber selbst erst zivilisiert werden. Eine Kurtisane bringt ihm die Liebe bei und in einem Hirtenlager lernt er die menschliche Nahrung und den Wein kennen. Schliesslich wird Enkidu nach einem unentschiedenen Kampf mit Gilgamesch dessen Freund und unternimmt mit ihm verschiedene Heldentaten, die im weiteren Verlauf geschildert werden.

Das Gilgamesch-Epos ist die älteste erhaltene Erzählung der Menschheit, die auf Tontafeln in babylonischer Keilschrift aufgeschrieben wurde. Darin wird von der Bedeutung des Weines, des Brotes und des Olivenöls, den drei „heiligen” Nahrungsmitteln,  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Gilgamesch-Epos: Enkidu wird durch den Wein zivilisiert

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Ein spannendes Thema: der Wein im Film

Der Film: ein Forum für den Wein
Der Film: ein Forum für den Wein

Über die vielfältigen Interaktionen von Wein und Kunst, sei es in der Literatur, in der Malerei oder in der Musik habe ich an dieser Stelle immer wieder versucht zu sprechen. Dabei ist leider eine Kunstform immer zu kurz gekommen: der Film. Selbst die grössten Kulturpessimisten zweifeln heute nicht mehr an, dass der Film einen wichtigen Beitrag zum künstlerischen Ausdruck unserer Gegenwart geliefert hat und weiterhin liefert. Filme werden in den Feuilletons grosser Zeitungen wie andere Kulturereignisse besprochen und analysiert. Wen wundert es da, dass sich auch der Film des Themas Wein angenommen hat. Einige schöne Beispiele fallen mir  sofort ein: die poetische Liebeserklärung an den kalifornischen Wein von Alexander Payne in seinem Film  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Ein spannendes Thema: der Wein im Film

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Sancho Panza – eine ironische Verspottung des Weinkenners?

Titelblatt des Don Quijote 1605 (4. Auflage)
Titelblatt des Don Quijote 1605 (4. Auflage)

Am Beginn des 16. Jahrhunderts entstand mit dem Don Quijote in Spanien Weltliteratur. Seither haben sich Jung und Alt über die Abenteuer des sinnreichen Junkers von der Mancha gefreut und immer wieder voll Bewunderung und Genuss nach den humorvollen und ironischen Erzählungen des Miguel de Cervantes gegriffen, in denen eine längst vergangene Zeit zum Leben erweckt wird. Weinfreunde sehen im erdverbundenen und bauernschlauen Sancho Panza den Vorläufer der heutigen Weinkritiker, denn er verstand sich wahrlich auf den Wein und das Erschmecken seiner Eigenschaften. Er selbst behauptet von sich, dass “wenn man mir irgendeinen beliebigen Wein zu riechen gibt, ich gleich seine Heimat und Herkunft erkenne, und wie er schmeckt und wie lang er sich hält…”  Auf die Frage wo er denn diese Gabe her habe, entgegnet er,  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Sancho Panza – eine ironische Verspottung des Weinkenners?

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Der Traum vom Wein aus der Retorte

chemische Apparatur
Statt Barriques: eine chemische Apparatur

Wir reden heutzutage viel von “gepanschten” oder “von der Chemie verbesserten” Weinen. In diesem Zusammenhang bin ich auf eine höchst amüsante Literaturstelle aus dem 19. Jahrhundert gestossen. Johann Wolfgang Döbereiner, geb. 1780 und gestorben 1849, war einer der großen Chemiker seiner Zeit. Er gilt als der Vater der systematischen Ordnung der chemischen Elemente, seine „Triadenlehre” war eine wichtige Vorarbeit zur Aufstellung des  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Der Traum vom Wein aus der Retorte

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Was hat die Apotheke mit dem Wein zu tun?

Eine alte Apotheke
Eine alte Apotheke

Zwar ist dem Kenner spanischer Weinkultur das Wort “bodega” ein geläufiger Begriff, aber die Vielfalt seiner Bedeutung ahnt er meist nicht. Für den einen ist es vielleicht die kastilische Bezeichnung für eine Kellerei, für den anderen der magische Klang einer spanischen Institution, die man im Deutschen am ehesten mit “Weinschänke” übersetzen würde. Beides ist natürlich ganz eng miteinander verbunden, denn die Kellereien waren ja früher fast immer auch Treffpunkte von Menschen, deren Gaumen dem Wein andächtig huldigten. In der “guten Stube”, dem Empfangsraum,  vieler alter Kellereien hängen oft noch vergilbte Photos von Berühmtheiten aus Politik und Kultur, wie sie zwischen den Faßreihen stehen und ihre “copita” (Weinglas) zärtlich in der Hand wiegen. Man ist stolz auf den König, den Präsidenten und seine Minister, Stars und Sternchen vom Film oder Theater,  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Was hat die Apotheke mit dem Wein zu tun?

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Spanische Suppe – die Mutter aller Suppen

Soupiere aus dem XVIII Jahrhundert
Soupiere aus dem XVIII Jahrhundert

Die “adafina”, eine Art Eintopf, war bei den sefardischen (spanischen) Juden das klassische Gericht für den Sabbat. In seiner einfachsten Form bestand es aus  koscherem Lamm- oder Zickleinfleisch. Dies wurde in  Würfel geschnitten und in einem feuerfesten  Tontopf mit reichlich Olivenöl, kleingeschnittenen  Zwiebeln, Knoblauch, Salz und aromatischen Kräutern wie  Thymian, Lorbeer und Majoran über einer glühenden  Feuerstelle drei bis vier Stunden langsam geschmort. Danach gab man noch etwas Safran und Brühe dazu und stellte es auf  eine Kohlefeuerstelle, die die Nacht über weiterglühte und so das Essen bis zu nächsten Mittag warm hielt.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Spanische Suppe – die Mutter aller Suppen

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Ortega y Gasset und das Göttliche im Wein

Rebstock
“Die Beeren der Traube sind wie kleine Lichtgeschwülste”

Darüber, dass der Wein etwas Göttliches sei habe ich kürzlich im Zusammenhang mit Nicolaus Cusanus an dieser Stelle geschrieben. Diese grundsätzliche Einsicht zieht sich wie ein roter Faden sowohl  durch das Alte als auch durch das Neue Testament. So schreibt z.B. der Prediger Salomo (9/7 in Luthers Übertragung) ”So geh hin und iß dein Brot mit Freuden, trink deinen Wein mit gutem Mut; denn dies dein Tun hat Gott schon längst gefallen”. Ein großer Bewunderer der Weine seines Landes war auch der spanische Philosoph und Schriftsteller José Ortega y Gasset.  ….  bitte lesen Sie hier weiter: Ortega y Gasset und das Göttliche im Wein