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Im Trend: Weintourismus in Spanien

Der Höhepunkt bei Weinreisen: die Probe in der Kellerei

Der Höhepunkt bei Weinreisen: die Probe in der Kellerei

In fast allen Weinbaugebieten der Welt kann man seit ein paar Jahren eine deutliche Zunahme des „Weintourismus“ feststellen. Die touristische Vermarktung der Weinbaugebiete trifft offenbar auf ein starkes Bedürfnis der Weinfreunde die Heimat ihrer flüssigen Lieblinge kennen zu lernen. Um die Besucher wirklich befriedigen zu können, bedarf es allerdings eines durchdachten und auf die jeweilige Region speziell zugeschnittenen Konzeptes. Die lokalen Weine müssen mit der Landschaft, den Weinmachern, der Küche und den Traditionen zu einem schlüssigen Profil zusammengefügt werden. Diese komplexen Aufgaben können nur von Fachleuten geleistet werden, die ein effektives Tourismusmanagement gelernt haben. Weinregionen wie die Toskana oder Kalifornien haben da internationale Maßstäbe gesetzt, die auch Vorbild für das Reise- und Weinland Spanien sein könnten.

Nach offiziellen Schätzungen des Tourismusministeriums in Madrid werden auch dieses Jahr wieder annähernd 60 Millionen Besucher ins Land kommen. Damit ist Spanien, nach Frankreich und den Vereinigten Staaten, auf Platz drei der internationalen Hitliste der Ferienreisenden. Bedenkt man, dass laut Statistik jeder Besucher knapp 1.000 Euro im Land lässt, wird die ökonomische Bedeutung des Tourismus sofort deutlich. Etwa 11 % des spanischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) entfallen auf den Tourismus und machen diesen zum zweitwichtigsten Wirtschaftszweig des Landes. Andererseits sagt die Statistik, dass im Jahr 2013 etwas mehr als jeder achte Bundesbürger seinen Urlaub in Spanien verbrachte. Nicht nur bei den Ferienzielen, auch beim Weinverkauf liegen die Spanier in der Gunst der  Deutschen ganz vorne: für beinahe 230 Millionen Euro im Jahr wird spanischer Wein an Deutschland verkauft (etwas mehr verkauft Italien und an dritter Stelle steht Frankreich), mit weiter steigender Tendenz. Demgegenüber schrumpft der Inlandsverbrauch dramatisch.

Die Analyse der soziologischen Struktur deutscher Spanien-Touristen lässt erkennen, dass diese eher aus den städtischen Regionen kommen, mehr als der Durchschnitt von Touristen in anderer Länder ausgeben und im Löwenanteil zwischen 35 und 55 Jahre alt sind. Eben die typischen Weintrinker würde man vermuten und entsprechend beginnt der Weintourismus auch tatsächlich eine ernst zu nehmende Alternative zum Strandurlaub zu werden. Auf der web site von „rutas de vino“ kann man sich über verschiedene Möglichkeiten organisierter Reisen in Spanien selbst informieren. Weniger unternehmungslustige Weinfreunde können sich auch einer der vielen organisierten, kommerziellen Weinreisen nach Spanien anschließen (Hinweise im Internet unter den beiden Stichwörtern „Weinreise Spanien). Aber auch der Individualtourist ist in fast allen Kellereien der verschiedenen Weinbaugebiete sehr willkommen. Meistens bekommen die Besucher alles zu sehen und zu schmecken, was sie interessiert. Daneben besteht selbstverständlich die Möglichkeit sich ein persönliches Kultur- bzw. Naturprogramm zusammenzustellen. Fast alle Weinbaugebiete liegen in landschaftlich schönen und kulturhistorisch interessanten Landschaften.

AchtungAchtung Autofahrer! Der laxe Umgang mit dem Thema Alkohol am Steuer, den ältere Spanien-Reisende noch kennen, gehört längst der Vergangenheit an. Alkoholkontrollen werden auf allen Straßen des Landes, tageszeitunabhängig, durchgeführt und die sofort verhängten Bußgelder bzw. Strafen können drakonisch sein. Das sollte man bei seinen Besuchen in den Bodegas unbedingt berücksichtigen.

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