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Verbessert Musik den Wein?

Über Lautsprecher ertönt Beethoven und Bach im Weinkeller, in denen die Barriques mit dem jungen Rotwein liegen. Der Wein wird rund um die Uhr beschallt erklärte mir vertrauensvoll der zuständige Önologe. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die abgespielten Stücke „Betriebsgeheimnis“ seien, „zu laut sollten sie allerdings nicht sein!“ gab er zu bedenken. Der Wein wird harmonischer und ausgeglichener durch die Musik während des Reifungsprozesses – so jedenfalls lautete seine Hypothese.

Die Schallwellen sind ja bekanntlich Schwingungen, die sich nicht nur in der Luft sondern auch in Flüssigkeiten, wie Wein und im Holz der Fässer ausbreiten können. Sie sollen helfen die Hefen in der Schwebe zu halten und somit wie eine Art “bâtonage” auf den reifenden Wein wirken. Die Wirkung von Musik auf biologische Systeme ist ja seit langen bekannt. Ein eklatantes Beispiel ist die Beschallung von Milchkühen zur Steigerung der Milchproduktion. Auch dabei kommt es auf die „richtige“ Musik an. Ein Favorit der Kühe scheint übrigens Beethovens „Pastorale“ zu sein. Während man bei den Hefen und Bakterien davon ausgehen kann, dass sie kein Gehör haben ist das bei Kühen natürlich anders. Musik ist ein sehr intensives emotionales Kommunikationsmittel und als solches findet sie in der Humanmedizin ja auch gelegentlich Anwendung (Musiktherapie). Vielleicht gilt das auch in einem bestimmten Umfang für Tiere. Was sich da allerdings auf molekularer Ebene tut ist völlig unbekannt und Gegenstand der Forschung. Vielleicht geben ja so einfache Systeme wie Gärhefen oder -bakterien (z.B. malo-laktische Gärung) eines Tages wichtige Aufschlüsse über den Effekt der Musik in der Biologie.

 

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