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Die eigene Verantwortung: Wein und Gesundheit.

Leonardo da Vinci: Der truvianische Mensch - Harmonie des Körpers (=Gesundheit)

Leonardo da Vinci: Der truvianische Mensch – Harmonie des Körpers (=Gesundheit)

Mein Beitrag über die verhütende Wirkung einer Demenz durch Alkoholkonsum hat eine Diskussion um eine mögliche „medizinische“ Anwendung von Alkoholika – insbesondere Wein – ausgelöst. Eine Literaturrecherche hat ergeben, dass sich in den vergangenen Jahren die medizinische Wissenschaft in klinischen Studien tatsächlich intensiv mit den Zusammenhängen von Wein und Gesundheit beschäftigt hat. Nicht alle Ergebnisse sind schlüssig und mir, als bekennendem Weinfreund, fällt es gelegentlich schwer im Gewirr der Befunde auf dem Boden der gesicherten Tatsachen zu bleiben. Naturgemäß ist allzu oft die Begeisterung Vater einer Erkenntnis. Über das „französischen Paradoxon”  habe ich ja erst kürzlich wieder berichtet. Aber auch andere positive Gesundheitseffekte wurden mäßigem Weintrinken zugeschrieben: Verminderung des Knochenschwunds (Osteoporose), günstige Wirkung auf den Diabetes vom Typ 2, Verlangsamung des geistigen Abbaus (Demenz), Verminderung der Blutfette, Blutdrucksenkung, Verminderung des Thromboserisikos (Herzinfarkt, Schlaganfall) und sogar eine Hemmung des Krebswachstums wurde vermutet.

Es wäre sicher völlig falsch anzunehmen, dass mehr Wein die erwünschten Wirkungen noch weiter steigern kann. Hier gilt das alte Gesetz von Paracelsus (1493-1541):„Allein die Dosis macht, dass ein Ding’ kein Gift ist.“ Wie bei jedem Arzneimittel auch überwiegen bei höheren Dosen die Nebenwirkungen, die da sein können: Lebererkrankungen, Nervenschädigungen, Hormonstörungen, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, Vitamin B12-Mangel, Harnsäureanstieg mit Gicht-Risiko und ein nicht zu vernachlässigendes Suchtpotential.

Wenn man die Liste der Wohltaten des Weintrinkens kritisch betrachtet stellt man fest, dass sie praktisch identisch auch von den Verfechtern einer „gesunden Lebensart“ zusammengestellt sein könnte. Körperliche Bewegung und „mediterrane Kost“ stehen dabei im Mittelpunkt. Vermutlich benötigt tatsächlich niemand den Wein als vorbeugendes Medikament. Insbesondere dann nicht wenn man die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ernst nimmt, denn diese hat auf der Basis von epidemiologischen Studien 10-30 Gramm Alkohol am Tag als gesundheitlich unbedenklich erklärt, also gerade einmal ein bis zwei Gläser am Tag! Für viele Weinfreunde sind das „peanuts“. Die Bedeutung dieser Maßangaben ist jedoch, dass sich jeder Genießer beim Weintrinken des eigenen Gesundheitsrisikos bewusst sein muss. Das gilt schließlich für alle Aktivitäten im Leben. Nicht mehr Auto zu fahren weil das Unfallrisiko wesentlich höher als beim Wandern ist, wäre so töricht wie keinen Wein mehr zu trinken weil sich dadurch das Risiko z.B. einer Lebererkrankung erhöht. Weintrinker, denen die Statistik ja auch eine höhere Intelligenz zugebilligt hat, sind mündige Menschen, die sich wegen ihrer Liebe zum edlen Tropfen nicht rechtfertigen müssen so lange sie sich ihrer Verantwortung gegenüber dem eigenen Körper voll bewusst sind.

 

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