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Frühstück auf spanisch

Café Alhambra an Granadas Bib-Rambla-Platz

Café Alhambra an Granadas Bib-Rambla-Platz

Die meisten Spanienurlauber kennen vermutlich die „churros”. das iberische Äquivalent zu unserem „Schmalzgebäck”. Es besteht aus einer Masse aus Wasser, Mehl und Hefe und wird als kleine Ringe oder grössere Spiralen in Olivenöl ausgebraten und schliesslich, noch warm, vor dem Genuss mit Zucker bestreut. Es ist ein klassisches Frühstücksgericht. Heutzutage allerdings macht sich kaum mehr jemand die Mühe churros selbst herzustellen; man kauft sie fertig gebraten und tiefgefroren um sie dann ein paar Minuten vor dem Verzehr in die Mikrowelle zu legen. Die Mauren haben diese Köstlichkeit wohl erfunden und so verwundert es nicht, dass Granada eine der wenigen Städte ist, in der man churros frisch gemacht zum Frühstückskaffee serviert bekommt. Im Café Alhambra am Bib-Rambla-Platz kann man morgens die Frühaufsteher beobachten, wie sie die in rauchendem Öl hellbraun gerösteten churros in den Milchkaffee, oder dickflüssigen Kakao (ein klassisches „Katerfrüstück”) tauchen und mit Behagen verzehren. In ihren Gesichtern spiegelt sich nicht mor<gentliche Eile oder Hetze sondern der genüssliche Frohsinn eines Geniessers. Gerne steh<e ich unter ihnen an der Theke und teile ihre Freude an den aussen knusprigen und innen dennoch weichen, fettigen und warmen Stengeln, die eine gute Nahrungsgrundlage für den Tag bilden und so wunderbar mit dem bitteren Geschmack des „café solo” harmonieren (obwohl die meisten im Café Alhambra augenscheinlich doch „café con leche” vorziehen). Einmal habe ich in den Augen der um mich stehenden Gäste ein furchtbares Sakrileg begangen indem ich um Salz gebeten habe und mir statt Zucker Salz auf die churros gestreut habe. Ich wollte es einfach wissen wie sie salzig schmecken – und wurde nicht enttäuscht!

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